Freitag, 22. Juli 2011

Verb(r)annte Erde

Man verlässt einen Platz, einen Boden, ein Gebiet, obwohl man es nicht wollte. Fortgetrieben aus Gründen, die der Verstand zwar akzeptiert, aber das Herz nicht versteht. Man schaut zurück und sieht festgetretenes Gras aus Gefühlen, Spuren von Schmerz, Erinnerungen und schlafloser Nächte, die Erosionen hinterließen, die an verbrannte Erde erinnern. Doch vielmehr ist es ein gerade erst bestelltes und mit einigen Monaten bearbeitetes Feld, eine Wiese, die gerade zu grünen begonnen hat, und nun zurückgelassen wird, verbannt, aus Gründen, die der Verstand zwar akzeptiert, aber das Herz nicht versteht.

Man schaut nicht zurück, erträgt den Anblick nicht, sucht Schönes, findet es nach einiger Zeit in der Oberfläche eines neuen Menschen. Beginnt nun die wirkliche Flucht auf ein neues Spielfeld, malt es in Gedanken grüner und bunter, als das Alte jemals hätte sein können, denkt man, nährt sich geradezu daran, verrennt sich, entfacht ein Feuer, scheisst auf Prinzipien, will dem Herzen sagen: "Schau, mach es dir schön, so wie Du es Dir verdient hast" und schaltet den Verstand aus. Der Rest kommt von allein. Tu halt was dafür.

Ein Feuer auf purem Stroh entzündet hat einen großen Nachteil. Es brennt anfangs lichterloh, hell, heiss, und es brannte, sie sah nicht, das sie von Anfang an auf  einem trocknen Acker ohne Leben stand. Das Feuer erlosch genau so schnell wie es entfacht wurde, zurück blieb nunmehr verbrannte Erde, und nur verbrannte Erde, ohne neue Erinnerungen und tiefes Gefühl, zurück blieb Ernüchterung und das Wissen, das hinter einem und in einem drin immer noch ein anderes "Land" schöner und sehnsuchtsvoller bertrachtet wurde. Die ganze Zeit, immer dabei war, im Vergleich, in der Retrospektive und vielleicht auch mit dafür sorgte, das Strohfeuer mit einer ganz Großen Portion Eigeninitiative zu löschen. Früh zu erkennen, das es das nicht ist, nicht sein kann, als Flucht, als Ersatz oder Neuorientierung der Suche nach einem "zu Hause", einem "ankommen" Der Verrat der eigenen Ideale und Prinzipien.

Der vorherige Schmerz im Herzen, der einen nicht schlafen liess, ist nun dem dumpfen Gefühl gewichen, akzeptiert zu haben, das man dieses Stück Land wohlmöglich nie wieder betreten kann. Man auch nicht mehr gewollt ist. Die Kraft und den Willen, es heile und damit noch schöner zu machen ist da, wo jetzt die Kraft, einem verbrannten Stück Erde die Stirn zu bieten, bereits nach wenigen Wochen gewichen ist.

Sie sucht vorsichtig den Blick zurück....wie weit zurück, weiss sie nicht. Buddha sieht es klar: Kein Blick zurück denn das war, kein Blick voraus, denn das ist noch nicht, das leben ist HIER GERADE!

Und hier gerade will sie im Herzen zurück. Und schaut mit Sehnsucht ein verbanntes Stück Land an, in welchem vor einem Jahr noch gemeinsam versucht wurde bunt und schön zu gestalten, nur konnten wir es nicht zu Ende bringen.

Ich habe nicht vergessen, das es da ist. Und wenn ich die Möglichkeit hätte, wollte ich es zurück.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Rückenwind

Schlimm ist eigentlich, das ich, ich meine, ich hätte diesen Umstand schon einmal erwähnt, furchtbar unflexibel bin, und vor allem, ganz schlimm unspontan. Nur in einer Sache nicht...

Wenns mich mal wieder "raus" treibt.

Berlin! Es ist mal wieder soweit!

Heute zwischen 16 Uhr und gerade eben verspührte ich wieder diesen "Zwang" meine Stadt zu besuchen. Diesmal wieder allein. Es hat gerade 45 Minuten gedauert, da war alles gebucht und 3 Tage Berlin stehen nun auf dem Zettel. Mal ein anderes Hotel. Mal einfach unter der Woche. Mal mit der Bahn. In aller Hergottsfrühe werde ich los, ich denk mal kurz nach 5 Morgens, und so spät wie es geht zurückkehren....aus meinem Fluchtpunkt, wenn ich es schön haben will....meinem Berlin, wie es wohl auch für Millionen andere ihr Berlin ist.

Ich freu mich! Und verspüre jetzt schon wieder DAS Kribbeln....auf die Vorfreude, was ich diesmal dort anstellen werde.

Montag, 4. Juli 2011

Fassaden

Es bleibt die Überlegung, welche Fassade am Ende die stimmigste oder das Mittel der Wahl wäre.

Die weisse, welche man selbst noch bemalen kann, gestalten?
Die schon bereits fertige, zum ansehen und schön finden?
Die kreisch bunte, wo man sich fragt, was das überhaupt sein kann, oder wessen Ernst das ist?
Die bröckelnde, nicht mehr so schön anzusehende, die aber klar aussagt, das viel passiert ist?
Die zugehangene zum dahinter schauen?

Ich denke, auch diesmal ist mir diese Frage nicht abschließend beantwortet worden, nur die Tatsache, das Fassaden in jedem Fall Fragen und Probleme aufwerfen, wurde zum wiederholten Male bestätigt.