Dienstag, 22. Februar 2011

Wir puzzeln uns einen Dali

Eigentlich hat er uns, die Menschheit, mit seiner Kunst schlicht und ergreifend verarscht. Er zwingt uns, seine Bilder aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, was aber schlußendlich nicht zu einem stimmigen Bild führt. Wir gehen nah heran, sehen die Feinheiten, kleine Sauereien oder Alptraumsymbole, aber das Gesamtbild verschwimmt in viele kleine Teile. All diese kleinen Teile haben ihre Berechtigung, auch verdammt nochmal wahrgenommen zu werden. Wir tun es. Drücken unsere Nasen platt an Dingen, die wir allumgreifend sehen wollen, wir wollen mitreden, nichts verpassen. Nur sehen wir kein Gesamtbild.

Gehen wir weiter weg, wirds klarer, all die kleinen Dingen formen gemeinsam ein Großes, stimmiges Bild, nur welchen Wert, ausser der Formung des gesamten Bildes haben diese Kleinigkeiten dann noch. Wir betrachten ein Gesamtbild, ohne die Einzelheiten noch als wichtig zu erachten. Also gehen wir näher ran, man will ja aufmerksm bleiben.

Doch finden wir jemals die richtige Perspektive? Den richtigen Abstand zu Dingen, um sie wirklich zu verstehen, zu be- und -greifen und zu sehen, wie sie wirklich sind?

Man puzzelt sich sein Bild aus verschiedenen Perspektiven zusammen, nimmt das Große eher wahr als das Kleine, versucht aber, die kleinen Dinge nicht zu vergessen. Gelingen tut es selten, ohne das Gesamte zu vernachlässigen, hängt sich dann an den Kleinigkeiten auf, hadert mit ihnen, verliert den Faden zum Bild.

Im Grunde zeigt Dali uns dieses Problem der Perspektive eiskalt auf. Die Findung des Mittelweges. Zieht den Spiegel und hält ihn uns vor. Zum einen genau hinzusehen, intuitiv zu "finden", aber niemals den Blick fürs Ganze zu verlieren, denn das könnte uns ganz schnell erschlagen, wenn wir plötzlich gezwungen werden, Abstand einzunehmen.

Sie war 16, als sie u.a. diesen Text als Teil eines Kunst-Referates zum Thema Surrealismus anfertigte (hier bemüht, es noch einmal in etwa so wiederzugeben). Es wurde 16 Seiten lang. Die Lehrerin überfordert. Denn sie hatte anderes erwartet, Entstehung, Künstler, Geschichte....das typische abgeschriebene und fussgenotete "Bla Bla" Sie formte daraus Sinnfragen, Gleichnisse... und durfte es nicht vortragen ("einige dürften damit überfordert sein"), bekam eine "1" und hatte wieder einmal das Gefühl, das es vielen Menschen nicht zugetraut wird, auch mal andere Blickwinkel einzunehmen.

Montag, 21. Februar 2011

Augen

Vergangen? Gegenwart? Zukunft? Oder einfach nur Fiktion? Wer weiss das schon so genau...ist es übehaupt wichtig?

Als ich Dich das erste mal sah, war es ein seltsames Gefühl. Ein nicht wirklich standesgemäßer Raum für eine erste Begegnung, eine nicht alltägliche Situation. Fernab vom üblichen Kennenlern- und Erstblickprocedre wie man es kennt. In einem Cafe, beim Sport, einer Kneipe oder im Buchladen. Nur zufällige Blicke wurden getauscht, kein Interesse wechselte offensichtlich den Besitzer. Trotzdem verließ ich den Ort der ersten Begegnung mit einem Gefühl, das diese Begegnung gerade nicht normal war. Etwas von mir ließ ich dort.

Der einen schnell einholende Alltag ließ diese Begegnung in den Hintergrund rücken, in kurzen Momenten aber glitten die Gedanken immer mal kurz ab, erinnerten sich, an diese Augen, die es wohl waren, mich einfingen und festhielten, mein Herz in kleine Fesseln legte, sanfte, nicht schmerzenden Fesseln, kaum spürbar, aber dicht genug an diesem, um zu erinnern. Ich fand keine Antwort auf die Frage, die mein Herz mir stelle. Wann sehe ich  Dich wieder?

Der Zufall wollte es es wohl wieder so, das wir uns wiedertrafen, wieder in einem Raum, der nicht viel Platz für irgendwas ließ. Zu nah um sich zu trauen, zu entfernt um wirklich Interesse zu zeigen. Der letzte Blick an diesem Tag traf tiefer als beabsichtigt und zeigte mir, das die erste Begegnung kein Zufall war. Für mich kein Zufall bleiben durfte.

Zurück in die aufregene Welt eines 14-jährigen Teenies geworfen bat ich um ein Treffen, heute weiss ich, hätte ich es nicht getan, ich hätte es wohl mein Leben lang bereut. Zu klar war mein Bild von Dir vor meinem inneren Auge, Deine schönen Haare, Deine wunderschönen Augen, Deine warme Art und Weise, der Klang Deiner Stimme, ich wusste, das konnte ich nicht so gehen lassen, war es mir auch nicht mehr möglich es zu tun.

Die erste Berührung liess mich spüren, ich habe das richtige getan. Meine souveräne Art wich dem Herzen eines verletzlichen Mädchens, weich und warm fühlte es sich an, kein Raum für schlechte Gedanken, dunkle Gedanken lösten sich in Deiner Nähe auf. Die Welt färbte sich in ruhige Farben, jede Sekunde an Deiner Seite war ein Geschenk. Wachte ich Nachts auf, vielleicht wieder mal mit einem wirren Gedankengewühl warst Du es, der mir schlafend die Sicherheit wiedergab, geschmiegt an Deinen starken Rücken, um schnell wieder einzuschlafen. Du warst es, der jeden Morgen, den ich neben Dir aufwachen durfte, zu etwas Besonderem machte, das erste Lächeln auf mein Gesicht legte und mich dazu brachte, Dir all meine Liebe zu geben, zu der ich im Stande bin, ohne Kompromisse, ohne Haken. Bei dem ich einfach ich sein durfte, der mich so liebte, wie ich war, ohne Kompromisse, ohne Haken. Gemeinsame Lieder, gemeinsame Augenblicke des Glückes, der Freude, Wärme, aber auch Tränen.

Zu viele Tränen.

Wenn ich heute in den Himmel schaue, der Regen auf mein Gesicht fällt, ist es, als ob du weinst, ich weine. Gemeinsame Tränen. Die Erinnerung an viele gemeinsam geweinte Tränen, die Hände ineinandergelegt, sich anschauend. Welchen Schmerz musstest Du aushalten, hast Du meinen spüren können, haben wir dabei zugesehen, wie unsere Herzen zerbrachen? Haben wir es gespürt, jeder mit dem Herz des anderen, was in diesem Moment mehr als sonst eins war? Können sich zwei Menschen gegenseitig das Herz brechen?

Wenn ich heute in den Himmel schaue, sehe ich Wolken, Wolken, die unseren Weg von Anfang an begleiteten. Wir suchten die Sonne, in allem, was wir taten. Wir liefen ihr nach. Manchmal geradezu getrieben, einen Strahl zu erwischen, uns in diesem nebeneinanderzulegen, das Gras und Hand in Hand die Wärme zu spüren, unseres Herzens. Sie ronn uns durch die Finger, die Sonne, die flutete unsere Herzen, um den kalten Wind, der mit jeder Wolke wieder durch die Seele zog, die Stirn zu bieten.

Wenn ich heute in den Himmel schaue, sehe ich Sterne, ich sehe sie vor mir, wie ich Dich vor mir sehe. Aber ich kann sie nicht berühren. Sie schauen still auf mich herab, sind wunderschön. Du siehst die gleichen Sterne, woanders, für einen Moment spüre ich Deine Hand in meiner Hand. Ich rieche, schmecke Dich, Dein Gesicht in meinen Händen, Deine wundervollen Augen sich mit Tränen füllend. Voller Liebe und voller Sehsucht, voller Schmerz und voller Qual. Selbst in der Qual blieben es die schönsten Augen der Welt für mich. Die Augen des ersten Blickes, die Augen der ersten Erinnerung und des letzten Blickes von Dir. Den schönsten und gleichzeitig schmerzhaftesten Blick, den ich jemals in und durch mein Herz habe schweifen lassen. Das haben sie mit den Sternen am Himmel gemeinsam. Deine Augen. Eine letzte Berührug, ein letzter Kuss. Wir blieben zurück an diesem Ort. Unsere Seelen scheinen einen Ort gefunden zu haben, wo wir uns immer wieder treffen. Es ist unser Ort. Unser Sonnenplatz. Denn wenn ich heute den Weg zu Dir suche, suche ich ihn in meinem Herzen, es ist der kürzeste zu Dir, zu unserem Ort.

Die Liebe zu Dir ist eine andere, denn dort, wo ich sie spüren kann wirds nicht dunkel. Lässt keine Wolken zu. Und keine weltliche Macht kann hier herein. Ich nehme Deine Hand und Dich mit. Keine Träne wird geweint. Wie gerne würde ich diesen Platz in dieser Welt für uns schaffen wollen. Mit der Kraft meiner Liebe zu Dir.

Damit wir wieder das Gras unter uns spüren und in die Sonne schauen...meine Hand in Deiner!

In Liebe...für Immer!

Mittwoch, 16. Februar 2011

Speakers Corner

Kennt ihr die Leute, die sich in allem und jedem mitteilen müssen? Oder Menschen, die aus jedem Thema eine endlose Diskussion starten wollen? Egal, was das Gegenüber zu sagen hat, es wird entweder "dagegen" gerufen, es ausdiskutiert oder versucht, dem anderen seine Meinung, so scheiss egal sie vielleicht auch für eine Situation  als Lösungsansatz ist, zu erläutern, zu erklären, zu reden, zu reden, solange zu reden, bis zwar immer noch keine Lösung gefunden wurde, aber immerhin wurde sich mitgeteilt. Applaus, es kann sich wieder hingesetzt werden.

Ich beobachte mich immer häufiger dabei, das ich Gesprächen dergestalt ausweiche, sie einfach nicht haben will, vor allem, wenn ich keinen Sinn in einem solchen finde. Es gibt in meinem Leben einfach Dinge, die brauchen nicht mehr besprochen oder ausdiskutiert werden. Es gibt genauso gut Dinge, die führen zu keiner Lösung eines Problems, wenn sie immer und immer wieder diskutiert werden (wenn man zum Beispiel ganz einfach eine völlig andere Sichtweise hat)

Was ist es, was die Menschen, oder zumindest viele von Ihnen dazu bringt, nicht einfach Dinge stehenlassen zu können, wo sie sich nunmal stehend aufhalten, im Charakter des Gegenüber. Wenn ich beispielsweise sage, ich möchte keine Kinder mehr, möchte ich diese nicht " evtl." nicht mehr, ich möchte sie niemals nicht mehr. Drüber zu diskutieren, warum und weshalb das so ist, bringt ebenso wenig, wie diese Aussage infrage zu stellen. Wenn ich sage, ich nehme mir das, worauf ich Bock habe, mit fairen Mitteln, ohne aber kleine Kollateralschäden vollends auszuschließen, dann ist das so. "Only god can judge me. The world is a fuckin´competition" Da gibt es in meinem Weltbild nichts, aber auch mal überhaupt gar nichts zu rütteln. Solange es menschlich bleibt und nicht gewaltsam beschafft wird. Mag mich einer dafür richten? Bitte vortreten. Weiss jemand im Gegenzug dafür nicht, worauf er sich im Umgang mit mir einlässt? Zurücktreten und weiter zusehen. Den im Grunde gehe ich sehr offen damit um. Augen auf.

Wenn ich eine Situation für mich, für meine Person, in gewisser Weise werte, mein Bild für mich feststeht, macht es keinen Sinn, das mein Gegenüber mir sein Bild immer und immer wieder erzählen und darstellen will, denn....welch Überraschung, es ändert nichts an meinem Bild. Es gibt einen schönen Satz "Wenn Du man in meinen Schuhen, in meinen Pfaden und mit meinem Blick gewandert bist....."

Ich höre es mir gern an, das war es aber auch. Ich respektiere die Meinung des anderen, ich muss sie nicht akzeptieren. Aber der Respekt sollte da sein, und das verlange ich auch von meinem Gegenüber. Verschwendet nicht meine Zeit mit der Rechtfertigung Eurer Gedanken. Habt sie, steht dazu, aber respektiert, wenn ich die Regeln für den Umgang mit mir vorgebe. Entweder es passt, oder es passt nicht. passt es, umso schöner, passt es nicht, bedanke ich mich fürs Zuhören und wünsche noch einen schönen Tag. Es ist der Lauf der Dinge, der Zeit und der Menschen, das nicht jeder Topf seinen Deckel findet. Oppourtunisten pflastern die Welt da draussen zu Hauf. Siehst Du jemanden grad schreiend weglaufen, ja, das wäre dann ich. Weiche Satan.

Vielleicht ist es einfach das Los eines einzelnen Kriegers, der im Grunde nie eine Mannschaft brauchte, um seinen Kampf aufzunehmen, der manchmal sogar freiwillig das Feld räumt. Aber immer im alleinigen Entscheidungsraum, wann und wo...

Es ist weder Eure Moral, noch Eure Erfahrungen, noch Eure Sichtweise, die mich zu einem anderen Menschen macht. Es ist ICH, der mich wenn zu einem anderen Menschen formt, so wie ich meinen Blick in den Spiegel als solchen allein vollziehe, mit meinen Augen. Und es wird in diesem Leben hier nicht mehr passieren, das ich meine Meinung zu Gunsten eines Kollektives oder einer Sache ändere oder relativiere, um jemande anderem außer mir selbst den Gefallen zu tun, zu genügen und stimmig ins Bild zu passen.

Es ist vergeudetet Zeit, vergeudete Energie, vergeudete Buchstaben, Worte, Sätze, Gelegenheiten, etwas anderes zu tun.

Samstag, 12. Februar 2011

Kreisläufer

Die ganze Welt ist voll von Ihnen. Kreisläufer. Die einen drehen sich ausschließlich um sich selbst, andere sich im buchstäblichen Kreis. In allen Belangen. Bewegen sich im kleinen Raum Ihrer Vergangenheit, finden den Ausgang nicht, laufen einfach so lange weiter, bis sie keuchend zusammenbrechen, aber nicht ohne bald wieder aufzustehen und den gleichen Weg wieder aufzunehmen.

Ein gepflegter Tritt aus der Umlaufbahn hilft Beizeiten, diesen Radius an Ketten zu sprengen. Nur wenn man nicht genau aufpasst, sorgt die Erdanziehung dafür, das man ganz schnell wieder in diesen Umlauf um eine Sachen herum landet, und läuft weiter.....ohne jemals einen wirklich Ausgang aus einem Problem zu finden.

Auch die Menschen, die lediglich um sich selbst kreisen, so harmlos sie auch sind, bedürfen hier und da eines Trittes, einer Erinnerung: "Hey, schau mal da draussen....."

Im Grund hat jeder Mensch diese Umlaufbahn, die um sich selbst oder um eine Sache herum. Den Mut, Haken zu schlagen haben nicht sehr viele, wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man mehr Kreisläufer als Hakenschläger. Auf eingetretenen Pfaden zu wandern ist auch einfacher als neue unbekannte Wege zu suchen. In und auf seinem Kreis kennt man den Verlauf, sein Selbstmitleid fühlt sich immer gleich an, die Umgebung bleibt die gleiche, man sieht immer und immer wieder bekannte Gesichter. Sicherheit, teuer erkaufte Tristesse, als Sicherheit getarnt.

Meine Suche nach diesen Hakenschlägern wird wohl nie aufhören. Ich werde weiter versuchen, diesen ein Bein zu stellen, oder scheinbar hakenschlagenden Kreisläufern den passenden Tritt zu verpassen.

Freitag, 11. Februar 2011

Opa-Tag



Kein System und kein Muster erkennbar, wenn Gedanken an Dich wieder für einen Moment die Überhand gewinnen. Nicht planbar.

Je länger es dauert, umso deutlicher der Wunsch, Ihnen ins Gesicht zu schreien, welches Recht sie damals ergriffen, mir die letzte Möglichkeit zu nehmen, Dir Lebe wohl zu sagen. Einem kleinen Mädchen, ihrem eigenen Fleisch und Blut, diese Tür nicht mehr zu öffnen. Sie entschieden über uns hinweg.

Und wieder schaue ich in den Himmel und schwöre Dir, Du bist der Erste, den ich suchen werde, wenn ich mich auf den Weg mache. Aber Du wirst auf mich warten. Mein Gefühl sagt mir, das es so ist.

Getraue mir den Weg zu Deinem Grabe nicht. Viele viele Jahre schon, wie tausende Male zuvor. 22 Jahre nun, 24? Ich weiss es nicht einmal. 2 mal habe ich es geschafft.

Aber Du findest mich immer wieder. Egal wo ich bin, da brauchts kein System und kein Muster. Du nimmst das kleine Mädchen in den Arm, streichelst ihr über den Kopf, ich rieche den Pfeifengeruch, spüre das glatte Holz zwischen meinen kleinen Fingern und werfe mich ins grüne Cord des Sofas. Du bist mir näher als die, die sich das Recht rausnahmen, zu entscheiden, wann ich Dich das letzte Mal sehen durfte. Und diese Rechnung ist bis heute offen.

Ich werde wieder versuchen, Dein Grab zu besuchen, wie es mir vor einigen Jahren schon einmal nach vielen vielen Versuchen gelungen ist. Verzeihe mir ein weiteres Mal, wenn ich es wieder nicht schaffe.

Ich mache alles wieder gut, denn es wird der Zeitpunkt hierfür kommen. Und Du wirst der Erste sein. Ich verspreche es Dir. Denn ich glaube, nein ich bin mir sicher, mein Schutzengel bist Du. Du hast das kleine Mädchen nicht einfach zurückgelassen, Du hast Dich nur anders positioniert, um auf sie aufzupassen.

Ich vermisse Dich!

Montag, 7. Februar 2011

Sie will ihr Leben zurück




Für Dich meine Süsse!

Du willst Dein Leben zurück? Dann muss Du es wagen, zurückzuschauen und herauszufinden, wo der Punkt is, wo es angefing, das  Du es Stück für Stück immer ein bisschen mehr verloren hast.

Vielleicht bin ich nicht oft genug für Dich da gewesen, vielleicht hätte ich es müssen. Aber mussten wir uns bis heute wirklich um uns kümmern? Waren wir nicht immer 2 Einzelkämpfer ohne Anspruch auf Bemutterung? Aber trotzdem immer füreinander da, wenn es brenzlig wurde?

Und trotzdem zerreist es mir mein Herz wenn Du weinst, zerreist es mir die Seele, nur ahnen zu können, wie verloren Du Dich in Dir selbst fühlst, weil ich zu gut weiss, was es heisst, "ein altes Leben" zurück zu wollen. Mit dem Wissen, das es nichts materielles, nichts soziales, sondern einfach ein Gefühl ist, was weg ist. Was man wieder haben will. Und ich weiss, wie lang der Weg sein kann. Und wie wenig perfekt es immer noch ist, wohl nie perfekt sein wird, aber ein Kompromiss, der wieder ein gutes Gefühl macht.

Ich hab Dich sehr lieb und möchte alles dafür tun, jeden Weg mit Dir zu gehen, der nötig ist, damit Du wieder "deine altes Leben" zurückbekommst.

Enno singt es....ich meine es. Für uns. Und ich hoffe, noch viele viele Jahre lang.

Für unsere Freundschaft!

Baustelle A46 - Lied 3




Bleibt es gleich oder ist es mittlerweile Gewohnheit geworden. Werden Startblöcke Genicke brechen, Herzen oder Egos?

Es wird Antworten geben, so oder so. Auch wenn keiner die wohl hören mag.

Wann ist eine Lüge geboren?

Im Umgang mit einigen Menschen habe ich oft, meist sogar von Anfang an, das Gefühl, das sie nicht 100% aufrichtig zu einem selbst sind.

Ich werte dies niemals direkt negativ, eigentlich werte ich das sogar sehr selten als solches, ist mir doch keiner Rechenschaft darüber schuldig, wie er sein Leben gestaltet. Ich würde mir zwar gern wünschen zu wissen, mit wem ich es eigentlich wirklich zu tun habe, bin da aber im Grunde, wie jeder andere auch, auf die "Mitarbeit" des Gegenübers angewiesen. Was mag er mir erzählen, was nicht, was hält er für notwendig, an Infos rauszulassen und welche lässt er lieber "hinten über fallen" Ich war und bin nie ein großer Frager gewesen. Was mich manchmal zu einem anstregenden ersten Gesprächspartner macht. Aber so ist sie immer gewesen.

Aber genau hier stellt sich für mich immer wieder die Frage: "Ist eine nicht gestellte Frage, und die darauf eben nicht gegebene Antwort noch aufrichtig?" oder anders ausgedrückt: "Muss man gewisse Dinge immer erst direkt in Ansprache bringen, bevor man eine Information bekommt, die vielleicht, in welchen Belangen auch immer, wichtig sein könnte für einen gegenseitigen Umgang?"

Manchmal, vor allem, wenn man mit diesen Menschen vielleicht auch gar keinen wirklichen Kontakt mehr hat, sorgen doch derartige Nachwehen dafür, das vielleicht von vornherein gemutmaßte Dinge wie "Familien- oder andere (Um-)stände" sich manifestieren.

Macht die Situation zwar im Grunde weder besser, noch schlechter, noch maßgeblich wichtiger für das eigene weitere Leben, sorgt allerdings für einen faden Nachgeschmack..

Aber warum ist das so? Warum wird vor allem im Umgang zwischen den Geschlechtern, nicht mit offenen Karten gespielt. Scheut man das Risiko? Ist es einfach Feigheit? Unbedarftheit? Böse oder weniger böse Absicht?

Ich werte es als nichts von alledem. Für mich bleibt es einfach schade, denn am Ende, wenn es denn raus kommt, macht es mich eher traurig.

Aber so ist das wohl auf meinem eigenen kleinen Planeten. Manche Dinge dringen nicht zu mir durch. Manche Fragen stelle ich auch einfach nicht, weil ich immer noch glaube, das mein Gegenüber es für so wichtig erachtet, das er es selbst tut.

So bleibt mir nur "Danke" zu sagen, ein ehrliches Danke für ein außergewöhnliches Wintererlebnis.

Allerdings nicht für Deinen lautlosen Rückzug zurück in Deine/Eure Welt.

Wir sehen uns... (denn es passiert immer 2x) Aber Du wirst die Gleiche wieder treffen, wie Du kennengelernt hast.

*lächel

Mittwoch, 2. Februar 2011

Geister (ungerufen)

Ich weiss bis heute eigentlich nicht, was sich genau in der Psyche eines Menschen abspielt, wenn diese ungerufenen Geister plötzlich jemanden wieder in Besitz nehmen. Es sind die Momente, wo Du am wenigsten mit rechnest. Keine besonderen Vorkommnisse, kein besonderer Stress, nicht mal übermässig Zeit zum Grübeln. Ein 0815 Tag, aufstehen, arbeiten, essen, lesen/surfen/fernsehen und schlafen. Punkt 1 und 2 klappte gut. Ebenso Punkt 3 ohne besondere Auffälligkeiten.

Plötzlich Synapsenschaltfehler. Aus dem Nichts tauchen Bilder auf, Gesichter, Momente und ein Gefühl.

Ich bin ja schlau und ja nicht unbeholfen in diesen Dingen, raten ja auch viele "Plüschologen", einer Situation mit einem gedanklichen Stop (auch gern laut ausgesprochen), in einen Stillstand zu versetzen. Tats, stand auf und verließ den Raum in einen anderen hinein, mit einem Buch unterm Arm. Es brachte nichts mehr. Es hatte mich bereits im Griff. Mir blieb in diesem Moment erst einmal nichts anderes als mich darauf einzulassen. Gedankenversunken hockte ich in der Ecke, verstand die Welt wieder einmal nicht mehr und liess den Gefühlen Ihren Raum. Eine SMS veschaffte mir Erleichterung. "Teile es, auch wenn der andere es vielleicht nicht hören will", sagte mir mal ein sehr gefühlsbetonter Mensch. "Versetze ihn einen Augenblick in die Situation, daran teilzu haben, das es Dir für einen Moment nicht gut geht und hör auf damit, permanent zu heucheln, das tut nicht gut" Dieser Mensch hat recht damit.

Nur was passiert da in diesem Moment genau? Was sind Auslöser, wenn man offensichtlich keinen hat, von Außen. Welche Bereiche in der Psyche werden da plötzlich animiert, einen solchen Gefühlsgau auszulösen, der aber auch in den nächsten Minuten wieder vorbei sein kann. Ist es ähnlich wie mit der Rauchentwöhnung? Wo man im Grunde noch lange Zeit immer mal wieder diesen Impuls verspürt: "Jetzt ne Zigarett, scheisse, wär das toll", er aber auch in 10 Sekunden wieder vorbei ist.

Sind es Teile des Gehirns, die durch Hormone plötzlich den "Altscheiss" rauskramen und wieso bleibt der Altscheiss eigentlich auch immer da drin? Und kann, oder sollte man überhaupt was dran setzen, alte Begebenheiten auszulöschen? Wäre das besser? Dinge, die einem nicht gut tun, oder nicht gut getan haben, einfach auszuradieren? Wäre das ein Wunsch, also die Fähigkeit zu besitzen, fürs nächste Leben? Sofern man es Karma-Technisch geschafft hat, sich eins zu verdienen?

Oder sind es einfach unaufgearbeitete Dinge, die immer mal wieder auftauchen, um einen dran zu erinnern, das man vielleicht doch nicht alles so gut im Griff hat, wie man meint. Die einen auf dem Boden der emotinalen Tatsachen zurückholt. Sinds wohlmöglich noch andere Zeichen, die ich noch nicht kenne?

Das Zeit keine Wunden heilt, das habe ich bereits früh gelernt. Die Abstände, wo es mal wieder weh tut, werden nur länger. Aber am Ende steht, wenn man eben ganz viel Glück hat, die Gleichgültigkeit, aber bis dahin haben es noch nicht viele Menschen geschafft, mit denen ich mal verbunden war, sei es familär oder freundschaftlich.

Es sind eben die ungerufenen (wenn auch nicht unbedingt ungebetenen) Geister, die alle Namen tragen, Orte oder nur Gesichter. Und so wie ich sicher bin, das ich manch unaufgearbeiteten Dinge erst in einem anderen Leben regeln werde, so bin ich auch sicher, das jeder Geist, der plötzlich wieder vor einem steht und einen quält, oder erinnert, sein Gutes hat. Ob man es nun versteht oder nicht, warum gerade jetzt und hier.

Vielleicht macht gerade diese Tatsache die Angelegenheit so uuschön. Das unvorbereitet sein. Nicht zu wissen, wann es zuschlägt, es einen einnimmt und innerlich durchschüttelt, um dann genauso schnell wieder das Weite zu suchen. Früher habe ich immer gedacht, so etwas passiert, wenn der andere gerade sehr an einen denkt, aber Beweise dafür blieben mir bis heute unbewiesen ;-). So glaube ich eher weiter an einen Schaltfehler, an einen von der Psyche gewollten, ein menschlicher Schaltfehler, der einen aus dem Alltag einen Moment rauszerrt, einen Spiegel vorhält und sagt: "Da stehst Du Mensch, das bist Du Mensch, merkst Du es? Und nun.....geh wieder an die Arbeit, Du solltest es nur spüren"

Denn es ist am Ende das Zeichen des Lebens, der Ruf, der Anstubser "Du lebst, liebst und leidest", Du bist.....ein Mensch. Sei dankbar dafür, das Du so offen im Herzen noch bist, das der Schmerz noch Zugang findet.

Denn wo kein Schmerz mehr rein kann, kann kein Gefühl mehr raus.