Donnerstag, 27. Januar 2011

Point of no return

Ich habe schon einmal, so glaube ich, in einem Beitrag hier über einen so genannten "Point of no return" gesprochen.

2 Tage des doch recht intensiven Nachdenkens haben mich allerdings wieder an diesen Punkt gebracht. Ich habe lange überlegt, reflektiert, und sinniert, ob es eigentlich für alles und jeden eine passende, wenn auch oft an den Haaren herbeigezogene Entschuldigung gibt. Für viele Dinge gibts dies. Fürs zu spät kommen (oder zu früh *harhar), für einen Anraunzer, Anrempler, für eine Unhöflichkeit. Ja, für all das ist eine Entschuldigung irgendwo noch machbar. Und akzeptabel, wenn es nicht zur Dauereinrichtung mutiert.

Nur wie schaut es eben für andere Dinge aus, Betrug, Verrat, Boshaftigkeit....

Vergleichen wir diese "Gründe" fällt, so glaube ich, sehr schnell auf, das Erstgenanntes irgendwie immer ein wenig fremdverursacht sein kann. Ein Bus der nicht kam, eine zu große Enge, das vergessene Danke beim Bäcker, weil man vielleicht grad am Telefon hängt.

Die anderen Dinge allerdings, passieren in der Regel vorsätzlich. Man begeht eine Handlung aus freien Stücken, und sei es aufgrund Feigheit, Habgier, Rache....whatever Was gibt es da jemals zu entschuldigen? Man macht Dinge, weil man sie in dem Moment machen wollte, einen Menschen verletzen, zum Teufel jagen, schlagen, betrügen, demütigen. Man trifft diese Entscheidung, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen, in welche Lebenslagen auch immer. Kommt es ans Tageslicht, sollte derjenige die Konsequenzen zu tragen wissen.

So beantwortete sich die Frage an mich schnell selbst, ob ich im Falle des Verrates einer Freundschaft jemals vergessen und verzeihen kann. Ich kann es nicht. Und ich denke auch nicht, das diese Menschen es verdient haben, das ich ihnen verzeihe, denn sie haben an einem Punkt eine Entscheidung getroffen, mich zu verletzten, zu betrügen und mich damit zu demütigen.

Genau am "point of no return".

Montag, 24. Januar 2011

Schuss aus dem Hinterhalt

Wenn in einem Moment, wo man nicht mit rechnet, plötzlich von einem nahestehenden Menschen, der sich in die kleine Riege der so genannten Freunde einreihen durfte, eiskalt, und so fühlt es sich gerade an, das Messer am eigenen Rücken entlang gezogen wird, um dann zuzustechen, das ist wohl das letzte, was man sich vorstellen mag, während man danach ausblutend ob der eigenen verkackten Illusion auf dem Boden der Realität vor sich herwimmert.

Er hat wohl die einzige Waffe gewählt, mit der man mich ohne Gegenwehr niederstrecken kann,. Verrat. Verrat für vielleicht eigene Arschrettung. Verleumdung der Tatsache Freundschaft, Verniedlichung der gleichen. Er hat sie genutzt.

Er hat es in Kauf genommen, das ich nun hier sitze, leer, beraubt des Vertrauens´, was ich in diesen Menschen hatte. Beraubt um eigene Gefühle, die ich ihm mitteilte, Vegangenheiten, das Seeleninnerste. Weg. Hingeworfen, draufgetreten. Es war ja nichts "man kann das ja wohl keine große Freundschaft nennen".

Danke dafür. Bald 2 Jahre auf Dein Gewissen zu nehmen.

Ich hoffe, es war es wert! Ich hoffe, sie durfte nun lesen, was sie lesen wollte von Dir. Ich hoffe, ihr Arsch ist es wert, das ich ich meinen nun aus Deinem Leben ziehe, oder glaubst Du, ich werfe mich blutend vor Dich? Glaubst Du, das ich jemals wieder Vertrauen haben kann? Du hast genug, mit denen Du reden kannst. "Aber große Freundschaft war das mit uns beiden nicht". Du hast es selbst gesagt.  Nimm meine Geschichte als auch die Deine mit. Es sind in Deinen Augen wohl lapidare Geschichten ohne Wert, wie die Zeit, die verbrachten Stunden im Gespräch bis heute scheinbar eine lapidare Geschichte ohne Wert ist. Deine Probleme, die heute wohl so plötzlich keine mehr sind. Dein Interesse an meinem Befinden, Deine Art und Weise, wie Du da warst in scheiss Stunden, wie ich für dich, ist alles nicht passiert. Halt das Feuerzeug unter dieses dreckige Stück Papier. Unter das Tagebuch vieler Gespräche.

Aber lass mich hier liegen und gehe weiter, und dreh Dich einfach nicht mehr um.

Einsichten

Ich weiss überhaupt nicht, wann ich das letzte Mal ein dergestalt schönes Wochenende hatte, und trotzdem wieder einmal genau das als erstes im Kopf brennt, was ich als unangenehm und "nicht mehr haben will Faktor" unterstreiche und in meine passende Schublade einsortiere. Vielleicht liegt es einfach auch daran, das ich einen tollen Eindruck, ein tolles Gefühl und Freude auf oder bei etwas mir so ungern mit negativen Gefühlen kaputt machen lassen möchte.

Aber eines wurde mir während dieser 2 Tage unter tollen Menschen wieder ganz brutal bewusst. Es gibt Dinge, und das wird immer offensichtlicher, die kann und die will ich auch nicht mehr. Diskutieren, fruchtlos diskutieren, mich hierbei im Kreis drehen, nicht einmal dabei zuhören möchte ich. Gleiches gilt bei substanzlosem Gewäsch.

In geschlossenen Räumen kann man sich nicht wegbeamen, minimal wegwünschen und versuchen, seine eigene Welt zu betreten, und, wie es ein mir gegenüber sitzender Herr so völlig auf den Punkt brachte, in mich zu gehen. Ich nenns "wegschalten". Für einen Moment ausblenden, auch ohne Musik, weil dies wohl die Unhöflichkeit schlecht hin wäre, in einer großen Runde, einfach den IPod ins Ohr zu stopfen, und Unhöflichkeit kann man mir selten nachsagen. Sich in einen Zustand versetzen, der einen das drumherum an Stimmen, Diskussionen und den damit in mir auflodernden Drang zu sagen "Boah, haltet doch einfach einen Moment die Luft an, es geht mir auf den Sack, immer die gleiche Scheisse" vergessen lässt. Letzte Prävention vor dem großen Knall.
Aber man spricht es nicht aus und verbringt, manchmal unangenehm lange Zeit, gefangen in diesem Käfig, in der Hoffnung, das es bald vorbei ist, oder das ein anderer "Stop" schreit. Warum schreie ich nicht Stop? Warum warte ich immer auf Menschen, die mich wissend ansehen und damit sagen "Ich weiss genau, was Du gerade durchmachst, ich bin da bei Dir" oder auf jemanden, der sagt: "Komm mit, wir gehen.....Zum Luft holen." Stattdessen kam das erste Veto gegen Stimmen- und Geschsprächs- wie auch zum Teil bräsigen Hirngewirr, später am Abend, als ich sagte "Lass uns bitte jetzt einfach einen Moment einfach schweigen, nichts sagen", was zwar mit einem "Ist doch auch langweilig" quittiert wurde, aber der Blick mir sagte: "Ich weiss grad, was Du meinst" Und man bewegte sich ein paar Momente auf einer non-verbalen Ebene, in der ich ein bisschen runterkam.

Vor diesem Hintergrund vergesse ich aber nicht, das ich trotzdem eines der schönsten Wochenenden seit langer Zeit hatte, denn der Anteil an "guten" Momenten, geborgenen lustigen und warmen Momenten mit Menschen, die mir gut taten, war größer.

Sonntag, 23. Januar 2011

Illusionen

Heute nur ein Liedtext, der mir heute Früh als erster Song des Tages im Kopf auftauchte. Zuletzt gehört an einem kühlen, aber sehr sonnigen Tage, spazierengehend an der Lenne, im Begriff, eine Beziehung zu begraben, weil es einfach Dinge gibt, die mit Liebe allein nicht zu überbrücken sind. Darüber sinnierend und den Text des Liedes aufsaugend, da vieles von dem in diesem Moment auf diesen Menschen passte.



I know it's hard to tell how mixed up you feel
Hoping what you need is behind every door
Each time you get hurt, I don't want you to change
Because everyone has hopes, you're human after all
The feeling sometimes, wishing you were someone else
Feeling as though you never belong
This feeling is not sadness, this feeling is not joy
I truly understand. Please, don't cry now
Please don't go, I want you to stay
I'm begging you please, please don't leave here
I don't want you to hate for all the hurt that you feel
The world is just illusion trying to change you
Being like you are
Well this is something else, who would comprehend?
But some that do, lay claim
Divine purpose blesses them
That's not what I believe, and it doesn't matter anyway
A part of your soul ties you to the next world
Or maybe to the last, but I'm still not sure
But what I do know, is to us the world is different
As we are to the world but I guess you would know that


Sie wurde schlussendlich begraben, ob er die Antworten, seine Antworten, bis heute gefunden hat, weiss ich nicht. Es ist auch nicht mehr wichtig. Denn wenn man begriffen hat, das Liebe allein, nie die Antwort auf alle Fragen des Lebens sein kann, nie die Lösung aller Probleme, kommt man nach kurzer Zeit des Haderns wieder an einen Punkt, wo man neuen Dingen und Menschen wieder eine Chance geben kann.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Explosionen

Es nimmt gerade mal wieder Überhand. Das da in meinem Kopf. Unstrukturiertes Gewurschtel, Ideen, Überlegungen, Vergangenes, Gegenwärtiges Schöne und Aufreger, bring nix zu Ende. Neues Buch begonnen, Kurzgeschichten von Daniel Kehlmann "Ruhm", mein Erstling von ihm. Ich bekomms noch nicht gebacken. Schaffe es mal wieder nicht, auch nur einer Geschichte zu folgen. Sie sind einfach geschrieben, trotzdem blenden die Gedanken ständig weg und ich verlier den Faden. Passt grad zu den wirren Träumen. Find mich grad nicht in meinem Kopf zurecht. Das ist mies. Und vor allem anstregend. Selbst Routinearbeiten machen mich kirre, die ganze Woche schon.

Vielleicht sollte ich einfach mal explodieren? Luft ablassen, nen großen Knall produzieren. Menschen-Matsch aus Buchstaben, Zahlen, Farben und Blut an der Alltagswand. Alles Vergangene fliegt gleich mit raus, das schlechte am Besten zuerst. Damit ich mir mal anschauen kann, was mich da Nachts im Moment beschäftigt. Denn einen Bezug, ein System, ein Bild kann ich mir daraus nicht formen. Begonnen mit dem Traum, einen mir mal sehr nahe gestandenen Menschen lebend auf seine eigene Beerdigung zu bringen, wortlos, gefühllos, fast kalt mit dem Wissen, der geht gleich über den Jordan, der ist schon tot, nur lebt er gerade noch.....ist es jetzt eher eine wirre Bilderflut, an die ich mich nicht mal erinnern kann, nur ganz kurz nach dem Aufwachen. Aber die Zeit reicht nie, um das alles mal aufzuschreiben, und außerdem bin ich zu faul, dies mitten in der Nacht zu tun. Ein Diktiergerät? Das wäre mal eine Maßnahme.

2:45
Der da neben mir verzieht keine Miene und im Grunde kommen die ersten Würmer schon aus seinem Kopf, denn er ist tot, weiss es nur noch nicht, ich bringe ihn grad zu seinem Sarg für sein neues zuhause 6 Feet under.

Grotesk!

Aber nicht so blöd, so behalt ich die Einzelheiten mal. Und zerbrech mir nicht tagelang den Kopf oder trage Restfetzen der Träume mit in den Tag und verbringe ihn damit, zu rekonstruieren, was denn jetzt wie genau war. Während ich dabei routinemässig mein Tagesgeschäft erledige.

Gut, löst mein jetziges Problem grad nicht, die innere Unruhe, das Rastlose, ich will raus, aber nicht unter Menschen, raus aus mir...oder doch eher mit mir. Brauch was triviales. Oder besser noch, stumpfes. Nur wo bekomm ich das heute Abend noch her. Im Grunde nur aus dem TV.

So denke ich, werde ich mich jetzt auch ins Bett legen und die Fernbedienung und den ersten Gedanken "Boah nee ne?" entscheiden lassen, welche Hirnsalbe in Form von Malle-Doku oder Frauentausch unter Voll-Asis mir selbiges nun betäubt.

Wie jeder Morgen....im Grunde!

Wenn man morgens um 4:45 brutal aus dem Schlaf, der obendrein vollgestopft mit den absurdesten Traumbildern war, gerissen wird, ist meine morgendliche Unfähigkeit, irgendetwas an Empfindungen aufzubringen nochmals potentiert. Normalerweise habe ich kein Problem damit, einfach aufzustehen, mein kopfmässiges Notprogramm laufen zu lassen, um nicht direkt mit vollster Überzeugung vor den nächsten Türrahmen zu laufen, heute Morgen schon. Blick aus dem Fenster. Schnee. Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich grad kotzen möchte. Erste Kaffeetasse segelt mit Zug aus dem Schrank auf den Fliesenboden, die erste Kontaktlinse 2 mal ins Waschbecken. Immer noch diese kranken Traumbilder im Kopf. Großes Kino. Fast den Bus verpasst (wen juckt das eigentlich, hab doch quasi freie Hand im Aufschlagen an meinem Arbeitsplatz), Schal vergessen, natürlich arschkalt. Schal liegt neben den Handschuhen, hauptsache Musik, Handy und mein Buch sind dabei. Einige Gesichter fehlen im Bus? Verpasst? Fliegende Kaffeetassen auch an anderen Schauplätzen?

6:20. Ich hole gerade meinen 2. Kaffeebecher aus der Teeküche,  und stelle sie gefüllt neben den ersten bereits gefüllten auf meinen Schreibtisch. Großartig. Das wird wohl mein Tag. Ich spüre das genau Beide Becher sind selbstverständlich genauso schnell weg wie üblich.

Ich brauch grad mal nen Rettungsschirm, denn sonst seh ich diesen Tag den Bach runter gehen (oder Kollegen an meiner Bombenlaune scheitern). Das Wetter wird mir wohl heute nicht dabei helfen. Ich glaub, ich machs mir heute komfortabel. Frischer O-Saft fürs sonnige Gemüt, was Süsses für die Psyche, heute Mittag was fieses in den Bauch. Currywurst Pommes. Genau das ist es. Aber es ist erst 7:23.

Ein ganz normaler Morgen also.....irgendwie.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Schlingensiefs Nachwehen

Das Buch ist "ausgelesen". Es ließ mich traurig und hoffnungsvoll zugleich zurück.

Zu lesen, wie ein Mensch den Bezug zum Leben, den Bezug zu seiner schlimmen Krankheit, den Bezug zu seinem Umfeld und all dem, was in prägte, ver- und aufarbeitet, immer an der schmalen Grenze zwischen Depression und Zuversicht, war, vorsichtig gesagt, für mich als Tiefschürfer brutal. Es waren nicht die Beschreibungen der Krankheit als solche, die Angst vor Schmerzen, die Vorstellung, sein Leben in die Hände von Ärzten und der Medizin als solche zu geben....es waren die Gedanken und Retrospektiven, die Schlingensief beschrieb. Das Nachdenken über Religion, Gott und all dem, was an seinem Leben hing und eigentlich immer eine Rolle spielte und nun infrage gestellt wurde. Die Sehnsucht nach Antworten, die immerwährende Suche danach. Die Fragen, ob er sein Potential richtig eingesetzt hat. Für sich aber vor allem, für die Menschen.

Was wurde er für seine Projekte doch verteufelt, angeprangert, als Provokateur an die Wand gestellt....aber was haben auch diese Projekte in den Menschen ausgelöst. Von Scham bis Abschaum, Applaus und Verachtung, aber eines hat er immer geschafft, und da bin ich mir sicher. Er hat gezeigt! Drauf gezeigt! Den Finger, nicht das Messer, in die Wunde gesteckt, denn er wollte nie verletzten, er wollte den Menschen die Möglichkeit geben, Schmerz wahrzunehmen, und wenn es sein eigener war.

Christoph Schlingesief wurde, wie ich, im Zeichen des Skorpiones geboren. Am 24.10.1960. Vielleicht ist das der Grund, warum ich beim Lesen seines Krebs-Tagebuches und auch beim Ansehen einer sehr guten Doku, ausgestrahlt noch vor seinem Tod im Jahre 2010, mehrfach die Tränen nicht zurückhalten konnte.

Er nannte Dinge beim Namen, die mir eben sehr bekannt und vom Gefühl her so vertraut vorkamen. Seine Sicht der Ding, die Tatsache, das er sich mit einigen Dingen einfach bis zu seinem Tod nicht abfinden konnte und sein steter Drang zum Idealismus und sein Kampf für Projekte, die skuriller nicht hätten nach Außen wirken können, und doch soviel Subtanz hatten, man musste sich nur drauf einlassen, haben mich beeindruckt und ich habe festgestellt, das ich viel, viel zu wenig mich mit diesem Menschen beschäftigt habe.

Eines hat mir dieser, noch sehr kurze Ausflug, in seine Welt gezeigt. Es gibt sie, die Menschen, die einfach ihre Sicht der Dinge, ihre Fragen an das Leben und ihre Visionen umsetzen, vielleicht nicht alle umsetzen konnten, aber in ihrem Rahmen versucht habe, es den Menschen um sie herum greifbar zu machen. Auch auf die Gefahr hin, als völlig freakig und provokant abgestempelt zu werden.

Er konnte "umsetzen", eine Fähigkeit, die ich nicht besitze, außer im Schreiben vielleicht.

Und so bin ich weiterhin irgendwie allein in meinem "Raum" mit der Befürchtung, vielleicht irgendwannn an dem ganzen Gedankenzeug zu ersticken, Dinge, die ich alle gern noch aufgearbeitet hätte, aber es vielleicht nicht mehr kann. Weil die Zeit fehlt, die Gelegenheit, das Ventil. Warum kann ich nicht wenigstens malen? Dinge, die ich rausschrei(b)en würde, den Finger drauf und brüllen "Guckt Euch diese Scheisse doch mal an" Und davon gibt es so verdammt viel, Dinge, die mich tief im Innersten ankotzen, das schon eine absolute Abscheu gegen bestimmte Verhaltensweise von Menschen vorherrscht, die lediglich durch mein doch manchmal noch missionarisches Wesen ausgeglichen wird. Ich habe es mit den Lehren des Buddhismus, sich in diese reinzulesen, zu verstehen und etwas davon mitzunehmen versucht. Es funktioniert bedingt. Vielmehr ist es tagesformabhängig, wieviel Gleichmut und Mitleid ich mit Menschen entwickeln kann. Aber vielleicht verlangt der Buddhismus das auch gar nicht, die Perfektion, das 100%ige. Ich finde aber schon, das an dem "Karma-Ding" was dran ist.

Wenn man trotzdem Menschen am liebsten erst verprügeln würde, damit sie wach werden, um sie dann aber zu trösten und ihnen zu sagen "Ja, aber Du kannst das alles noch ändern, korrigieren, besser machen, ehrlicher. Komm her, ich möchte dich dabei auch unter- und beschützen " das wäre wohl mein Weg.

Ich denke schon, das es ein Fluch ist, Menschen gleichzeitig zu lieben und zu hassen, erwische ich mich doch auch immer wieder dabei, Menschen, die ich nicht mag, oder die ich aus welchen Gründen auch immer, wenig bis gar nicht respektiere, oder die mich verletzten, versuche, mit dem passenden Mittel runterzuputzen, zu erniedrigen, wo vielleicht tatsächlich Mitleid eher angebracht wäre. Mund halten. Sein lassen. Ich kann es nicht. Aber vielleicht heiligt der Zweck auch das Mittel, einem Menschen ganz klar damit Grenzen aufzuzeigen, bis hierhin bei mir Scherge, und keinen scheiss Schritt weiter.

Wir schreiben Mittwoch, den 19.01.2011 und in meinem Kopf ist derzeit wieder sehr viel ungeordnet, aber ich danke den Menschen, auch wenn es posthum ist, die es immer wieder schaffen, das Zeug da oben rauszukitzeln um mich dazu zu bringen, auch wesentlich tiefer im eigenen Dreck zu wühlen, als man es wohl gemeinhin tut, zumindest ist das mein Eindruck von vielen Menschen in meinem direkten Umfeld. Der eigene Dreck ist immer noch der erschreckenste, also lassen wir davon mal besser die Finger und machen schnell die Tür zu. Und scheisssen den Nachbarn, Kollegen oder die Schwiegermutter an. Oder surfen auf einer Welle der Oberflächlichkeit, das einem Angst und Bange wird, wenn man darüber nachdenkt, was passiert, wenn diese Menschen wirklich mal zwangläufig mit menschlichen oder gesundheitlichen Abartigkeiten konfrontiert werden. Das macht mich genauso traurig, wie die Tatsache, das diese Menschen mich vielleicht nie wirklich verstehen werden. Oder, im schlimmsten Fall, nach kurzer Zeit Reissaus nehmen.

Daher, wieder einmal, ein Dank an die Leute, die immer noch da sind :-)

Samstag, 15. Januar 2011

Farbspiele

In einem Moment plötzlich alles zu haben, was einem gut tut, ist selten. Auf einer einfachen Eisenbahnbrücke, mit meinem Rad in der Hand stehend und einem Song der Sportfreunde Stiller im Ohr, den Blick auf den rotgefärbten Abendhimmel gerichtet und ein Gefühl der Freiheit im Kopf zu spüren....einen Moment das Gefühl zu haben, alles zu besitzen, was ein Mensch im Grunde braucht. Zufriedenheit!

Tief durchgeatmet schleicht sich trotzdem plötzlich leichte Wehmut ein, diese dunkle Färbung der Wolken, die das Rot des Himmels hier und da unterbricht erinnert mich daran, das doch was fehlt. Nicht schmerzend fehlt, aber leider irgendwie grad weit weg ist. Los lassen mag ich nicht, ich denke auch nicht, das ich es sollte. Ich möchte es auch nicht. Ob er den Himmel vielleicht gerade auch so sah? Worauf ist sein Blick gerade gerichtet? Was tut ihm gerade gut, oder viel schlimmer, was vielleicht nicht? Was ist sein Rot und sein Schwarz gerade?

Ob ich eine Antwort darauf bekomme, weiss ich nicht. Es ist auch nicht wichtig. Er mag es nicht, wenn man sich kümmert, ich kümmer mich trotzdem. Das ist meine Freiheit und er ist mir dafür nichts schuldig.

Ich nehme das Rot des Himmels mit auf meine Fahrt nach Hause und verbinde damit den Wunsch, das es ihm einfach gut geht und vielleicht auch ein wenig die Hoffnung, das ich vielleicht mal wieder seinen Erzählungen lauschen darf, an einem schönen Ort, der Rotgefühl auslöst. Wenn er es möchte. Auch mit dem Wissen, das da jemand "da ist". Mich so nimmt, und leiden mag, wie ich bin und mich nicht reglementiert. So wie ich ihn so wie er ist....grad vermisse.

Zu Hause angekommen kommen die Farbspiele zurück und ich fühle mich tatsächlich immer noch rot/schwarz, könnte lächelnd heulen, wehmütig tanzen, bin hadernd glücklich.....

Mittwoch, 12. Januar 2011

Schlingensief

Auf Seite 61 des Buches "So schön wie hier, kanns im Himmel gar nicht sein" dem Tagebuch Christoph Schliegensiefs, eindiktiert während seiner Krebserkrankung, steht ein Satz, der mir gerade ein paar Tränen laufen  lässt, weil er genau das sagt, genau das beschreibt, was ich so vielen Menschen erklären will, es aber in einfachen Worten nie konnte, was meine beizeiten doch sehr nachdenkliche Ader angeht, und warum ich dieses für mich für so wichtig erachte, mich auch mal in Abgründe zu stürzen, die andere als belastend ansehen.

"Aber wenn man ernsthaft anfängt, über diese Statik in der Welt nachzudenken, dann wird das Leiden produktiv, dann wird das Leiden durch meine Gedanken aktiv. Ich habe nur schreckliche Angst vor dem Moment, wo das alles aufhört. Irgendwann gehen die Gedanken ja weg, das ist Leid. Ich möchte so lange wie möglich denken dürfen. Muss ich halt lernen, auf dem Sofa zu liegen und nichts anderes zu tun, als Gedanken zu denken"

Ein großer Mann, der viel, viel viel zu früh gehen musste.

Dienstag, 11. Januar 2011

Warten....

...auf den Morgen, an dem ich durch die Tür trete und den Geruch des Frühlings in der Nase habe.

Ja, wir haben Januar, ich weiss, und ja, der Winter wird sicherlich noch einmal Anlauf nehmen. Aber die ersten Radausflüge draussen haben meine Sehnsucht, den besonderen Duft des Frühlings, gepaart mit der morgendlichen, nebligen Kühle, ein Stückweg wachsen lassen.

Noch nicht warm, aber auch nicht mehr bitterkalt, die ersten Vogelstimmen, wenn man wach wird. Auf all das freue ich mich.

Bin ich zwar im Herzen ein Herbstkind, ziehe ich trotzdem gewissen Parallelen. Der Herbst steht für "Sterben", der Frühling für "Neubeginn". Alles drumherum ist Kosmetik dieser beiden Zustände. Sterben ist wichtig für den Neubeginn, ähnlich wie unaufgearbeitete Dinge, schlepp zuviel mit Dir rum, wirds Dir immer wieder Probleme bereiten. Ein Baum mit alten Blättern zwischen den Neuen, wie schaut das aus?

So wie wir Menschen immer wieder Aufräumen sollten, mit alten Mustern, alten verstaubten Ansichten, und auch leider immer wieder mit destruktiv einwirkenden Menschen, so regelt die Natur das jedes Jahr aufs Neue automatisch. sie stirbt, legt sich auf Standby, wirft ab, bereitet sich auf den Neuanfang vor. Und wie schön sind doch Neuanfänge? Wie sehr geniessen wir es, immer wieder, vielleicht neu verliebt zu sein, sich neu zu erfreuen, an Menschen, an Situationen, am beginnenden Grün des eigenen Lebens? Es heisst nicht umsonst "der 2. Frühling" bei Menschen im letzten Lebensdrittel. Man schmeckt anders, man riecht anders, man fühlt anders, intensiver, man ist offener für Freude. Wie sehr geniessen wir es, endlich die dicken Klamotten in den Schrank zu stopfen, sich wieder zu zeigen, Blicke zu erhaschen, selbst die Blicke schweifen zu lassen, auf hofffentlich freudlich gesonnene Menschen.

Manche gestalten ihren Balkon, andere renovieren gleich jeden Frühling die ganze Hütte, andere halten sich einfach nur viel viel Draussen auf. Holen tief Luft und freuen sich auf einen Neuanfang!

Ich jedenfalls tu es!

Sonntag, 9. Januar 2011

Menschen Teil 2 "Don´t call me Uschi"

Jeder kennt wohl die Situationen, von einem Menschen mit einem Kose- oder Zergewort genannt zu werden. Wie in Partnerschaften oft die Betitelung "Schatzi" "Maus" "Hase" und sonstiges plüschiges Getier vorherrscht, gehts auf beziehungsunabhängiger Basis oft anders ab. "Vogel" "Spinner" "Kasper" oder auch "Fräulein" oder "Uschi". Klingt alles nicht so prall, ist aber oftmals nicht weniger liebevoll gemeint, und wenn nicht liebevoll, dann zumindet freundlich gesonnen.

Trotzdem mag mancher es nicht, sei es, weil der gerade "Angetraute" seine Ex ebenfalls ganz bestimmt "Schahaaaaaaaaaaatz" genannt hat, man will ja was Besonderes sein, oder auch, weil man mit bestimmten Titeln, like "Uschi" im Grund ne Querverbindung in Richtung "Blonde dämliche dauergewellte Trulla" oder so ähnlich zieht. "Geh mal zu Uschi Haare schneiden....." Jo, kommt hin.

Trotzdem kann es vorkommen, das ein Mensch Dein Leben kreutz, aus dessen Mund man selbst diese Art von "Kosenamen" plötzlich gar nicht mehr so schlimm findet. Normalerweise gehe ich bei Fräulein die Wände hoch, bei Uschi fliegt bereits die buchstäbliche Kuh. Normalerweise. Nur handelt es sich bei dem Herren dieser Wortwahl um einen, in meinem Empfinden, sehr provokativen Zeitgenossen. Subtil provokativ, wenn andere Menschen drum herum sind, manchmal sehr provokativ, wenn Schriftwechsel "unter sich" folgt.

Derartig gelagerte zwischenmenschliche Angelegenheiten üben einen besonderen Reiz aus, hier findet sich wohl auch der Grund, warum er mich nunmehr im 2. Jahr "Uschi" nennen darf, ohne das er bis heute konsequent auf die schwarze Liste gesetzt wurde. So jährte sich numehr eine spannungsgeladene, mal mehr, mal weniger intensive Interaktion auf verschiedenen Ebenen. So wie ich mich auf seine oftmals schroffe Art eingelassen habe, ließ er sich auf meine oft verqueren Gedankengänge ein. Denn hinter der schroffen Art und Weise seh ich nen gutes Herz (im Grunde), welches der "Macker" in ihm sicherlich aber gern verstecken mag :) Der Herr preferiert "einfach", bekommen tut er von mir "kompliziert", aber obwol ich "einfach" und er, wie ich meine, "kompliziert" einfach gruselig findet, lässt man sich trotzdem aufeinander ein. Es ist dieses daraus sich ergebende "Feuerchen", das im Grunde immer leise vor sich hin flackert, wenn man sich denn mal sieht. Er ist neugierig und rotzfrech. Beides mag ich.

Ich beobachte ihn dann gern, die schönsten Augen diesseits von Hagen, in seinem Falle macht das den Reiz auch aus...denn niemand ahnt diese Verbindung, wird durch scheinbar belanglose Gespräche unter mehreren, auch mal besonders, wenn ein belangloser Satz für die Allgemeinheit gesprochen, vom anderen als "der war für dich und das weisst du" interpretiert wird. So genannte "Insider". Aufmerksam wie er ist (und er hat scheinbar auch das bessere Gedächtnis) wirds zur Kenntnis genommen und mit regungslosem Gesichtsausdruck honoriert, aber spätestens in der nächsten 1zu1 Situation zur Sprache gebracht.

Ein Spiel. Manchmal spiele ich sehr gern. Hat man einen adäquaten Mitspieler, umso lieber. Dann werde ich dieses Spiel auch nicht beenden, solange die Regeln von vornherein klar sind und vor allem nicht gebrochen werden.

Freitag, 7. Januar 2011

Lichtung

Ganz langsam lichten sich weiter die Nebel. Komischerweise erstmal die Nebel, die verbargen, was ich im Neuen Jahr nicht mehr will. Einzelne Dinge zeigen sich nun und ne gewisse Konsequenz drängt sich auf. Das ist manchmal nicht einfach, aber einfach manchmal nicht zu ändern.

Es fliegen gerade wieder Federn, denn es sollen schlußendlich nicht meine sein am Ende.

Die ersten grauen Haare entdeckt, vielleicht war das der Auslöser, das Wissen...man altert tatsächlich. Kein Scheiss, die Zeit läuft ab. Ich habe nicht mehr alle Zeit der Welt, dieser welcher zu zeigen, was ich verändern kann. In meinem Umfeld, an mir, an ihr. Ich bin es ihr schuldig, und wenns nur ein Stückchen ist. Wie das Bus-Abo, was ich mir heute kaufte, um so gut wie nicht mehr Auto zu fahren. Es ist ne Kleinigkeit, mind. 12 km weniger Abgase is der Luft, pro Tag, pro Mensch. Trotzdem sollte man es tun, verändern, auf welchen Wegen auch immer. Es muss ja nicht immer "grün" sein.

Ich habe keine Zeit mehr, mich mit fruchtosen Beziehungsgeflechten auseinander zu setzen, nachdem ich im letzten Jahr feststellen durfte, das es Menschen gibt, die meine Aufmerksamkeit in vollem Umfang verdient haben. Ich stelle fest, das ich mich nicht mehr auf andere Menschen einstellen kann und will, die meine Sprache nicht sprechen.

Ich entschuldige mich von daher bereits bei denjenigen, die es bis heute zwar noch nicht "erwischt" hat, aber mit Sicherheit wohl das Jahr 2012 mit mir in Kontakt nicht mehr erleben werden (bildlich gesprochen)

Donnerstag, 6. Januar 2011

Jeckyll & Hyde

Oder....Antenne grad Totalausfall?

Gibt es Menschen, die Ihr Gesicht innerhalb von 24 Std. wandeln können? Ich sehe mich gerade etwas erschrocken hier sitzen und frage mich, wars einfach nur der falsche Zeitpunkt? Das falsche Gesprächsthema? Mond? Sonne? Sterne?

Selten ist mir in einem Messenger-Chat soviel Aggression entgegengeschlagen, das mir bitterkalt wurde. Es ist schon schwer genug, Aggression nur in Buchstaben auszudrücken, in aller Gewalt, ohne nun die Wortwahl ins Extreme abgleiten zu lassen. War auch nicht nötig.

Selbst freundlich gestellte Fragen wurden plötzlich in einer Art und Weise beantwortet, das ich mich fragte: "Wo ist hier grad der rote Button zum Beeenden der Konversation?" Einfach wegklicken? Nicht meine Art.

Ich hatte diesen Menschen eigentlich, nach meinem ersten Empfinden, als freundlichen Zeitgenossen kennengelernt, so suchte ich den Kontakt über Fitze Fatze. Warum habe ich gerade das Gefühl, das meine Antenne im Sack ist? Dieser Mensch trat mir plötzlich in einer Art und Weise entgegen, man beachte, in Schriftform, welche ich, wenn ich es freundlich betiteln wollte, als grenzwertig "asi" bezeichnen würde. Und immer mit einer Aggression zwischen den Zeilen, das mein erster Gedanke war "Choleriker" und bereits bei diesem Gedanken ich innerlich die Tür für diesen neuen Menschen wieder leicht zu schob. Weil ich Angst bekam. Wovor? Gute Frage. Zog  ich gerade Parallelen? Unbewusst. Dejavu´s. Hat man nicht manchmal das Gefühl  "Das kennst Du, aber Du weisst grad nicht woher" Oder "hier war ich schonmal...meine ich....irgendwann...? Dieses Bauchgefühl, was bereits Bauchweh ist, und zwar gefährliches und warnendes Bauchweh?

Ich sehe mich etwas ratlos. Liegts an mir? An meinem Mond, meiner Sonne und meinen Sternen? War sie gestern vielleicht vergessen worden? Zu Hause, in Revision? Die Antenne, die mir entweder sofort sagte "Neeee, ne!" oder "Hmmmmm  angucken den Menschen", was in meinem Fall ja schlußendlich nur heisst, das Gespräch zu suchen.

Was lief da falsch?

Ich schloss die Tür!

Und hoffe, das die Antenne gestern wirklich nur nen kurzen Ausfall zu verzeichnen hatte. Und ließ die Angst hinter der Tür zurück und schloss sie ab.

Dienstag, 4. Januar 2011

Zwischen den Jahren

Nein es ist nichts. Wirklich nicht. Ist halt mal Stille hier. Das war´s aber auch. Hänge vom Kopf her irgendwie immer noch zwischen den Jahren fest. Gedanken liegen brach, irgendwo „zwischen“ Sendepause.

Irgendwie dockt derzeit noch nix an. Als ob sich der Kopf ne kleine Pause gönnt, die Synapsen auf Standby surren. Schlimm? Nee eigentlich, denn mir fehlt im Grunde im Moment eher nur das „Gerüst 2011“. Was tu ich, wo geht’s hin, mit wem und ohne wen ab jetzt mit welchem Ziel?

Das steht noch nicht. Da liegen ne Menge Teile, die zusammengebaut, wohl Sinn ergeben könnten, im Moment fehlt mir noch die Anleitung und die Motivation. Es plätschert einfach dahin und ich fühle mich noch nicht einmal unwohl dabei.

Ein paar Dinge in Angriff genommen, die zwar nicht zielführend sind, aber im Moment bereits Ihre Nützlichkeit in anderen Belangen unter Beweis stellen dürfen. Das Mädchen geht wieder zum Spinning, ein schon etwas länger vor sich her geschobener Arzttermin wird heute wahrgenommen, heute Abend könnte daher die Zielsetzung sich etwas aufklären oder umkehren oder gänzlich den Bach runter gehen. Angst? Komischerweise nicht.

Mir scheint, als sei das Jahr 2011 mit einer Menge Unbekannter begonnen. Aber ich freu mich auf diese Unbekannten und lasse mich überraschen, was das Neue Jahr für mich in den Weg wirft.