Freitag, 11. März 2011

Zimmer leer

Der Satz, den meine Kollegin heute zu mir sagte "bei mir sind alle Zimmer da oben leer" trifft meinen Zustand derzeit auf den berühmten Punkt.

Ich sehe dabei zu, wie  sich "unser" Baby, was einige von uns seit 9 Jahren aufgezogen haben, innerhalb von einer Woche nun  in einen chaotischen, traurig kaputtorganisierten und stressgeladenen Haufen verwandelt hat.

Ich sehe Kolleginnen weinen, die nicht verstehen können, wie ich es nicht verstehen kann, was da gerade abläuft.

Es macht mich sauer und ich bin das erste Mal seit meiner Lehre an einem Punkt, wo ich keinen Lust mehr hab. Ich, die immer, und zwar jeden Morgen, gern ins Büro gefahren bin. Ich, die die Arbeit immer aus dem Herzen heraus gemacht hat. " Es ist nicht mehr meins, nicht so", waren heute die Worte an meinen Chef. Ich stehe zwar noch hinter ihm, aber nicht mehr hinter dem, was im Moment abgeht.

Daher auch mein Schweigen hier, es zehrt mich derzeit auf, in allen Belangen, aber am meisten mental. Nicht die Tatsache, das ich heute meinen 12 Arbeitstag in Folge ohne freien Tag hatte, nicht der Umstand, das ich rund 130 Std. in dieser Zeit unter Strom stand, nur noch fähig, Abends tot und überdreht ins Bett zu fallen, nein....was mich wirklich fertig macht ist die Tatsache, meine Kolleginnen und Kollegen und in aller erster Front auch meinen Chef, so aufgerieben zu sehen. Zombiegleicher Ausdruck im Gesicht vormals viel lachender Menschen, ausgelöst durch, meiner Ansicht nach, desaströser Vorplanungen derer, die den Arsch voll Kohle damit verdienen, diesen Job zu machen.

Mir fehlen selten die Worte und die Gedanken zu schwierigen Situationen, aber ich habe tatsächlich eine Grenze bei mir erfahren, die wieder gefährlich in die Richtung "aufgeben und zurücklassen" tendiert.

Und das darf es nicht!

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