Montag, 24. Januar 2011

Einsichten

Ich weiss überhaupt nicht, wann ich das letzte Mal ein dergestalt schönes Wochenende hatte, und trotzdem wieder einmal genau das als erstes im Kopf brennt, was ich als unangenehm und "nicht mehr haben will Faktor" unterstreiche und in meine passende Schublade einsortiere. Vielleicht liegt es einfach auch daran, das ich einen tollen Eindruck, ein tolles Gefühl und Freude auf oder bei etwas mir so ungern mit negativen Gefühlen kaputt machen lassen möchte.

Aber eines wurde mir während dieser 2 Tage unter tollen Menschen wieder ganz brutal bewusst. Es gibt Dinge, und das wird immer offensichtlicher, die kann und die will ich auch nicht mehr. Diskutieren, fruchtlos diskutieren, mich hierbei im Kreis drehen, nicht einmal dabei zuhören möchte ich. Gleiches gilt bei substanzlosem Gewäsch.

In geschlossenen Räumen kann man sich nicht wegbeamen, minimal wegwünschen und versuchen, seine eigene Welt zu betreten, und, wie es ein mir gegenüber sitzender Herr so völlig auf den Punkt brachte, in mich zu gehen. Ich nenns "wegschalten". Für einen Moment ausblenden, auch ohne Musik, weil dies wohl die Unhöflichkeit schlecht hin wäre, in einer großen Runde, einfach den IPod ins Ohr zu stopfen, und Unhöflichkeit kann man mir selten nachsagen. Sich in einen Zustand versetzen, der einen das drumherum an Stimmen, Diskussionen und den damit in mir auflodernden Drang zu sagen "Boah, haltet doch einfach einen Moment die Luft an, es geht mir auf den Sack, immer die gleiche Scheisse" vergessen lässt. Letzte Prävention vor dem großen Knall.
Aber man spricht es nicht aus und verbringt, manchmal unangenehm lange Zeit, gefangen in diesem Käfig, in der Hoffnung, das es bald vorbei ist, oder das ein anderer "Stop" schreit. Warum schreie ich nicht Stop? Warum warte ich immer auf Menschen, die mich wissend ansehen und damit sagen "Ich weiss genau, was Du gerade durchmachst, ich bin da bei Dir" oder auf jemanden, der sagt: "Komm mit, wir gehen.....Zum Luft holen." Stattdessen kam das erste Veto gegen Stimmen- und Geschsprächs- wie auch zum Teil bräsigen Hirngewirr, später am Abend, als ich sagte "Lass uns bitte jetzt einfach einen Moment einfach schweigen, nichts sagen", was zwar mit einem "Ist doch auch langweilig" quittiert wurde, aber der Blick mir sagte: "Ich weiss grad, was Du meinst" Und man bewegte sich ein paar Momente auf einer non-verbalen Ebene, in der ich ein bisschen runterkam.

Vor diesem Hintergrund vergesse ich aber nicht, das ich trotzdem eines der schönsten Wochenenden seit langer Zeit hatte, denn der Anteil an "guten" Momenten, geborgenen lustigen und warmen Momenten mit Menschen, die mir gut taten, war größer.

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