In einem Moment plötzlich alles zu haben, was einem gut tut, ist selten. Auf einer einfachen Eisenbahnbrücke, mit meinem Rad in der Hand stehend und einem Song der Sportfreunde Stiller im Ohr, den Blick auf den rotgefärbten Abendhimmel gerichtet und ein Gefühl der Freiheit im Kopf zu spüren....einen Moment das Gefühl zu haben, alles zu besitzen, was ein Mensch im Grunde braucht. Zufriedenheit!
Tief durchgeatmet schleicht sich trotzdem plötzlich leichte Wehmut ein, diese dunkle Färbung der Wolken, die das Rot des Himmels hier und da unterbricht erinnert mich daran, das doch was fehlt. Nicht schmerzend fehlt, aber leider irgendwie grad weit weg ist. Los lassen mag ich nicht, ich denke auch nicht, das ich es sollte. Ich möchte es auch nicht. Ob er den Himmel vielleicht gerade auch so sah? Worauf ist sein Blick gerade gerichtet? Was tut ihm gerade gut, oder viel schlimmer, was vielleicht nicht? Was ist sein Rot und sein Schwarz gerade?
Ob ich eine Antwort darauf bekomme, weiss ich nicht. Es ist auch nicht wichtig. Er mag es nicht, wenn man sich kümmert, ich kümmer mich trotzdem. Das ist meine Freiheit und er ist mir dafür nichts schuldig.
Ich nehme das Rot des Himmels mit auf meine Fahrt nach Hause und verbinde damit den Wunsch, das es ihm einfach gut geht und vielleicht auch ein wenig die Hoffnung, das ich vielleicht mal wieder seinen Erzählungen lauschen darf, an einem schönen Ort, der Rotgefühl auslöst. Wenn er es möchte. Auch mit dem Wissen, das da jemand "da ist". Mich so nimmt, und leiden mag, wie ich bin und mich nicht reglementiert. So wie ich ihn so wie er ist....grad vermisse.
Zu Hause angekommen kommen die Farbspiele zurück und ich fühle mich tatsächlich immer noch rot/schwarz, könnte lächelnd heulen, wehmütig tanzen, bin hadernd glücklich.....
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