Es fällt mir immer wieder auf, bzw. erwischt es mich zwischenzeitig immer wieder, das ich mich für gewisse Verhaltensmuster rechtfertige. Oftmals sind es immer die gleichen Dinge, die hinterfragt werden. Es sind dann diese Moment, wo ich mich fremd fühle, fremd inmitten meiner Mitmenschen, von denen sich sogar manche Freunde nennen (dürfen), oder sich auch nur schimpfen, gern sein würden oder mal waren.
Dieser Blog gab Anlass dazu, das war durchaus beabsichtigt, denn es ist schwierig für mich geworden, zeitnah Gedankenaustausch zu betreiben, vor allem, wenn es nur wenige Menschen gibt, die diesen Gedankenaustausch mit- und aushalten oder auch führen möchten. Das werfe ich keinem Menschen vor. Viele bekommen es auch einfach nicht hin, sich selbst so runterzufahren um gedankenverloren ganze Weltbilder zu hinterfragen. Ich denk, das ist Charaktersache, und vor allem bei vielen auch die Angst, vielleicht etwas zu sehen, an sich selbst zu beobachten, was man gemeinhin als beängstigend bezeichnen könnte.
Vor einigen Tagen starben 2 Jugendliche, auf ziemlich üble Art und Weise. Der Täter wird nun durch die Presse gezerrt, zerfetzt, dem Erdboden gleich gemacht. Mag seine Berechtigung haben, um den Hass, die Trauer, die Wut und den unendlichen Schmerz der Betroffenen oder auch der Unverständnis der Millionen Unbeteiligten Betroffenheitsjünger auszuleben. Als ich heute im Büro das Bild des Täters in der "liest keiner" BILD sah, war mein erster Gedanke "was wurde diesem Jungen bloß angetan?" Dies nur laut zu denken, wie ich es tat, entfachte um mich herum blankes Entsetzen. "Dieses Schwein" Ich sah dieses Bild, las die Unterschrift "diese kalten Augen" und sah selbst weiche, fast kindliche Augen, die in die Kamera blickten. Aber dieser Junge hat getötet, nicht nur diese beiden Kinder, auch Tiere, mit Luftgewehren, Mikrowellen, war gewalttätig, ein Brandstifter, ein Alkoholiker...ein schlechter Mensch? Ein Freak? Was ist diesem Jungen, diesem Kind passiert? Wer trägt Schuld daran? Wer will richten? Die Gesellschaft, die mit Sicherheit eine (wenn nicht sogar große) Teilschuld daran hat, das Kinder diese Entwicklung nehmen? Die "Hängt den weg Fraktion"? Ich weiss es nicht. Wo wurde dieses Kind auf seinem Weg vergessen?
" Wie kannst Du nur solche Gedanken haben, wie kannst Du hinterfragen, was dem kranken Typen da widerfahren ist?" Die armen Kinder, die armen Eltern....
Wo verlieren Kinder ihr kindliches Gesicht und werden zur mordenden Fratze mit Kleinjungenaugen?
Und wieder weiss ich, der Großteil der das vielleicht gerade liest denk sich jetzt "Die hat sie doch nicht mehr alle, wie kann man sich solche Gedanken überhaupt machen" :-)
Und genau das ist es, was mich manchmal selbst als Freak fühlen lässt, ein Freak zwischen durchaus vielen liebenswerten Menschen, die aber nicht aufhören können, mich dahingehend zu hinterfragen, ob das noch gesund ist, was ich tu. Ich fühle mich gut, dies nochmal zur Beruhigung aller die mich mögen, und zur Erklärung an all diejenigen, die mich gerade vielleicht kennenlernen (wollen). Traut Euch in meine Welt, es wird da nichts passieren, weder Euch noch mir....aber ihr müsst das schon aushalten, sonst werden sich unsere Wege schnell wieder trennen, nicht, weil ich jemanden nicht mag, sondern weil ich ich keine Bindung spüre, die Bindung, genau so angenommen zu sein, wie ich bin.....bisschen anders halt :-)
Danke für Dein Mitleid mit dem "Monster". Danke für Deinen Kampf gegen das Grau.
AntwortenLöschenDafür, dass ich in Deiner Welt mal kucken durfte.
Dafür, dass Du hart bist, aber stark genug, Mitgefühl zu haben.
Ich weiß besser, als Du vielleicht meinst, wie Du Dich damit fühlst.
Das Monströse wäre es nicht so sehr, wenn der Täter "kalte" Augen hätte. Das Monströse ist, dass es nicht zusammenpasst. Auf dem Weg wurde irgendwas furchtbar korrumpiert, nicht nur bei der "Bestie" mit den Kleinjungenaugen.
AntwortenLöschenVielleicht ist dieser Junge sogar gesünder als viele von uns, denn er ist an etwas krank geworden, was wir, abgestumpft wie wir sind, nicht bemerkt haben. Wir sind krank, wir alle. Es frißt an unseren Herzen, es haßt und nagt und haut, bis all unsere Träume sich in grauen Schleim verwandelt haben und wir nicht mehr sagen können "das ist schön", "ich habe einen Traum", "ich liebe". Unsere Liebe wird in Wollust verkehrt, unsere Sparsamkeit zu Geiz, unser Zorn zu Haß, unser Ehrgeiz und unser Streben zur Gier. Es ist die Nachtfahrt unserer Kultur, und keine Träne wird vergossen, wenn der Feind des Lichtes naht. Keine Lieder wird es geben, keine Gnade, keine Liebe, keine Hoffnung.
So what?
Mariha Iala Makija!
Ach ja, und Aggressivität in der Karriereplanung, im Job und beim Sommerschlussverkauf ist gesellschaftlich legitim, und zwar bis zum Äußersten, solange es zu keinen ekligen Aktionen kommt. Ein Leben zu zertsören, "hinten rum", gilt als gewitzt, solange es dem eigenen Vorteil dient. Und ich wagezu behaupten, dass der Junge nicht halb so verteufelt würde, wenn er seine Opfer nichtr "einfach nur" getötet, sondern vorher ausgeraubt hätte.
AntwortenLöschenOhne Frage ist Gewalt nicht zu tolerieren, aber man muss den Suppentopf auch auskratzen, wenn man ständig "Das Recht des Stärkeren" im Munde führt.
Macht mich grüblerisch, Dein Post.;-)Hoffe, dass er das auch mit anderen tut.