Freitag, 3. Dezember 2010

Inspirationen und Kopfkirmes

Heute ist so ein Tag, und das trotz eines Kopfschmerzes der Stufe "braucht kein Mensch", da spinnt mir wieder mehr als ein Gedanken durch den Kopf. Mehr heisst, fast zuviel, um sie direkt  hier zu verarbeiten. "Buffer overflow" sozusagen. Themen wie Entscheidungen, Spontanität, zwischenmenschliche Ab- und -sonderlichkeiten, Zufälle....ganze Abhandlungen schwirren mir heute durch den Kopf, ausgelöst durch Inspiration in Form eines Telefonates der Marke "früher, zu Muttis Zeiten", hätt einen das in den Ruin getrieben"

Aber ein Thema ist schon vor diesem Telefonat vorherrschend als Kopfkirmes vorhanden gewesen. Ausgelöst durch eine Frage der Wahl eines Essen und in Beobachtung meiner Mitmenschen auf dem Radweg nach Hause.

Entscheidungen.

Ich war nie ein entscheidungsfreudiger Mensch. Dies scheinen auch andere Menschen nicht zu sein, dies äußert sich vielleicht einfach nur anders. Ein gutes Beispiel begegnet mir immer wieder auf Geh- oder auch Radwegen, die enger sind und ein Durchlass mehrerer altiver Teilnehmer am Sport- Fussgänger- und Wanderverkehr.

Schon mal mitgezählt? Man steuert auf einen Menschen zu. Wählt eine "Richtung", wenns denn gut läuft und kommt ohne nennenswerte Vorkommnisse aneinander vorbei, weil das Gegenüber eine Richtung vorgegeben bekommt.

Dann gibt es noch die Spezies, die wählen im Kopf links, treten nach rechts, um dann aber mit Sicherheit nochmal umzuschwenken. Körperliche, und auch geistige Flexibilität des Gegenüber ist da unabdingbar, sonst scheppert es. Ganz blöd, wenn der andere ein Rad unter sich führt.

Bei Dinge, die mir vorn vornherein klar und plausibel (wähle oder es tut weh) sind, funktioniert das bei mir ohne Probleme. Ich wähl ne Richtung, treff ne Entscheidung, und Schluss. In destruktiven Beziehungsmustern, im Strassenverkehr, im Umgang mit den Menschen, die einen Halt an mir suchen. Ich gebe Ihnen die Möglichkeit, sich auf mich verlassen zu können, wenn ich denn eine Entscheidung getroffen habe. Das ist so, das bleibt dann so, und danach kann man sich richten. Nichts hasse ich mehr als Menschen, die in Ihren Entscheidungen schwammig sind, Absprachen nicht einhalten, sprich, auf die keinerlei Verlass sein kann, weil man immer damit rechnen muss, das er seine Richtung ändert. Diese Menschen machen mich krank und diese Menschen halte ich auch so gut es geht von mir fern.

Aber auch ich erwische mich immer wieder dabei, das ich Entscheidungen manchmal nicht treffen kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist "Essen gehen" oder "Gebe mir die Möglickeit, zwischen mehreren Optionen wählen zu können, dann fängt das abwägen an", und damit meine ich eine völlig anstrengende Art des Abwägens von Für und Wider, Kosten und Nutzen, Zip und Zap. Kinoeinladung ohne Programmvorgabe? Grauenhaft, ich überlege, wo lohnt das Geld und die Zeit, was ist heute für ne Stimmung, will ich Drama, will ich Krieg, will ich Psycho und wenn ja warum? Oder "Komm, wir fahren raus"....ja wohin? "Hm" "An den See, in den Wald, ans Meer?" Denkmaschine an: Was passt besser zu dem Tag, was würde mehr Spass machen, der lange Weg ans Meer (Zeitverlust), ab an den See (und wenn da grad nen Haufen komsicher Leute sind?), in den Wald (hm und dann.....ok spazieren....is das was zu Essen inner Nähe). All diese Frage werden dann bei mir aufgeworfen und jeder ist gut beraten zu sagen: "Puppe, Bock auf Meer?" "Jo" "Dann los"

Von daher mag ich kleine Spiesekarten mit wenig aber dafür leckerer Auswahl, kleine Klamottenläden, klein klein in Allem. Ich denke selten in großen Dimensionen, denn diese überfordern mich. Wartet doch hinter jeder Möglichkeit etwas anderes, wie will man da entscheiden? Da darf gern für mich entschieden werden, mir bleibt die Wahlmöglichkeit zwischen "Ja und Nein" das ist überschaubar und entrspricht eher meinem eher komprommisslosen Wesen und meiner s/w Färbung in der Denke. "Tun und Lassen und die Konsequenzen tragen" ist ein Spruch, den ich mir täglich in Erinnerung rufe. Das macht mich nen Stückweg zu einem Gewohnheitstier (immer gleiches Essen beim Stammitaliener). Gewohnheiten geben mir Sicherheiten, Verlass (es schmeckt halt immer) und Ruhe. Und hier schließt sich der Kreis, was Menschen angeht.

Entscheide ich mich für einen Menschen (für welche Form der Interaktion auch immer), sehe ich in ihm schon eine gewisse Sicherheit für mich, ich weiss, woran ich bin, ich sorge mich nicht mehr um "Richtig oder Falsch" und ich weiss, was mich erwartet. Sprunghafte Menschen werden es wohl nie schaffen, bei mir Vertrauen aufzubauen. Dieser "Einlass" ist genauso eine wichtige Entscheidung für mich wie Auswahl des Essens in einem Restaurant, nur treffe ich Entscheidungen zu Menschen entweder aus dem Bauch heraus, oder weils offensichtlich nur eine einzige Wahlmöglichkeit gibt, und andere manchmal einfach nur unter Zugzwang ("wir haben Hunger Frau, mach hin, ok ich nehm wie immer....)

1 Kommentar:

  1. Ein mir wichtiges Zitat ist derzeit: "all art is a recovery from the first step". Man korrigiert immer die Fehler der ursprünglichen Entscheidung. Das ist okay, und gut so.

    Aber auch ich hab immer "Angst vor dem weissen Papier".;-)

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