Es nimmt gerade mal wieder Überhand. Das da in meinem Kopf. Unstrukturiertes Gewurschtel, Ideen, Überlegungen, Vergangenes, Gegenwärtiges Schöne und Aufreger, bring nix zu Ende. Neues Buch begonnen, Kurzgeschichten von Daniel Kehlmann "Ruhm", mein Erstling von ihm. Ich bekomms noch nicht gebacken. Schaffe es mal wieder nicht, auch nur einer Geschichte zu folgen. Sie sind einfach geschrieben, trotzdem blenden die Gedanken ständig weg und ich verlier den Faden. Passt grad zu den wirren Träumen. Find mich grad nicht in meinem Kopf zurecht. Das ist mies. Und vor allem anstregend. Selbst Routinearbeiten machen mich kirre, die ganze Woche schon.
Vielleicht sollte ich einfach mal explodieren? Luft ablassen, nen großen Knall produzieren. Menschen-Matsch aus Buchstaben, Zahlen, Farben und Blut an der Alltagswand. Alles Vergangene fliegt gleich mit raus, das schlechte am Besten zuerst. Damit ich mir mal anschauen kann, was mich da Nachts im Moment beschäftigt. Denn einen Bezug, ein System, ein Bild kann ich mir daraus nicht formen. Begonnen mit dem Traum, einen mir mal sehr nahe gestandenen Menschen lebend auf seine eigene Beerdigung zu bringen, wortlos, gefühllos, fast kalt mit dem Wissen, der geht gleich über den Jordan, der ist schon tot, nur lebt er gerade noch.....ist es jetzt eher eine wirre Bilderflut, an die ich mich nicht mal erinnern kann, nur ganz kurz nach dem Aufwachen. Aber die Zeit reicht nie, um das alles mal aufzuschreiben, und außerdem bin ich zu faul, dies mitten in der Nacht zu tun. Ein Diktiergerät? Das wäre mal eine Maßnahme.
2:45
Der da neben mir verzieht keine Miene und im Grunde kommen die ersten Würmer schon aus seinem Kopf, denn er ist tot, weiss es nur noch nicht, ich bringe ihn grad zu seinem Sarg für sein neues zuhause 6 Feet under.
Grotesk!
Aber nicht so blöd, so behalt ich die Einzelheiten mal. Und zerbrech mir nicht tagelang den Kopf oder trage Restfetzen der Träume mit in den Tag und verbringe ihn damit, zu rekonstruieren, was denn jetzt wie genau war. Während ich dabei routinemässig mein Tagesgeschäft erledige.
Gut, löst mein jetziges Problem grad nicht, die innere Unruhe, das Rastlose, ich will raus, aber nicht unter Menschen, raus aus mir...oder doch eher mit mir. Brauch was triviales. Oder besser noch, stumpfes. Nur wo bekomm ich das heute Abend noch her. Im Grunde nur aus dem TV.
So denke ich, werde ich mich jetzt auch ins Bett legen und die Fernbedienung und den ersten Gedanken "Boah nee ne?" entscheiden lassen, welche Hirnsalbe in Form von Malle-Doku oder Frauentausch unter Voll-Asis mir selbiges nun betäubt.
Wenn Du nur malen könntest... oder schreiben... oder schmieden...
AntwortenLöschenAch, Wencke, ich weiß sehr genau, wie das ist.
Und Du bist eine Träumerin, die das nicht wahrhaben will. Eine Dichterin, die sich selbst eine Maulsperre auferlegt... und sie gleich wieder sprengt. LIES MAL DEINEN BLOG! Und lass es raus. Was soll passieren? Klatsch einen Eimer Farbe an die Wand, stellvertretend für all die Gedanken. Und deute und träume. Meinetwegen renn durch die Wälder, lache, weine, singe, sei wahnsinnig, wenn Du willst.
Was soll passieren? Lass die Maulsperre und die Gedankensperre weg. Das Problem ist in Dir - aber die Lösung erst recht!
Ich schätze, respektiere und liebe Dich dafür (als Freund), dass Du genauso bist, eben so krank, chaotisch und lebendig innen drin. Denn DAS ist das Leben.
Nicht das Abstumpfen.
;-)