Montag, 21. Februar 2011

Augen

Vergangen? Gegenwart? Zukunft? Oder einfach nur Fiktion? Wer weiss das schon so genau...ist es übehaupt wichtig?

Als ich Dich das erste mal sah, war es ein seltsames Gefühl. Ein nicht wirklich standesgemäßer Raum für eine erste Begegnung, eine nicht alltägliche Situation. Fernab vom üblichen Kennenlern- und Erstblickprocedre wie man es kennt. In einem Cafe, beim Sport, einer Kneipe oder im Buchladen. Nur zufällige Blicke wurden getauscht, kein Interesse wechselte offensichtlich den Besitzer. Trotzdem verließ ich den Ort der ersten Begegnung mit einem Gefühl, das diese Begegnung gerade nicht normal war. Etwas von mir ließ ich dort.

Der einen schnell einholende Alltag ließ diese Begegnung in den Hintergrund rücken, in kurzen Momenten aber glitten die Gedanken immer mal kurz ab, erinnerten sich, an diese Augen, die es wohl waren, mich einfingen und festhielten, mein Herz in kleine Fesseln legte, sanfte, nicht schmerzenden Fesseln, kaum spürbar, aber dicht genug an diesem, um zu erinnern. Ich fand keine Antwort auf die Frage, die mein Herz mir stelle. Wann sehe ich  Dich wieder?

Der Zufall wollte es es wohl wieder so, das wir uns wiedertrafen, wieder in einem Raum, der nicht viel Platz für irgendwas ließ. Zu nah um sich zu trauen, zu entfernt um wirklich Interesse zu zeigen. Der letzte Blick an diesem Tag traf tiefer als beabsichtigt und zeigte mir, das die erste Begegnung kein Zufall war. Für mich kein Zufall bleiben durfte.

Zurück in die aufregene Welt eines 14-jährigen Teenies geworfen bat ich um ein Treffen, heute weiss ich, hätte ich es nicht getan, ich hätte es wohl mein Leben lang bereut. Zu klar war mein Bild von Dir vor meinem inneren Auge, Deine schönen Haare, Deine wunderschönen Augen, Deine warme Art und Weise, der Klang Deiner Stimme, ich wusste, das konnte ich nicht so gehen lassen, war es mir auch nicht mehr möglich es zu tun.

Die erste Berührung liess mich spüren, ich habe das richtige getan. Meine souveräne Art wich dem Herzen eines verletzlichen Mädchens, weich und warm fühlte es sich an, kein Raum für schlechte Gedanken, dunkle Gedanken lösten sich in Deiner Nähe auf. Die Welt färbte sich in ruhige Farben, jede Sekunde an Deiner Seite war ein Geschenk. Wachte ich Nachts auf, vielleicht wieder mal mit einem wirren Gedankengewühl warst Du es, der mir schlafend die Sicherheit wiedergab, geschmiegt an Deinen starken Rücken, um schnell wieder einzuschlafen. Du warst es, der jeden Morgen, den ich neben Dir aufwachen durfte, zu etwas Besonderem machte, das erste Lächeln auf mein Gesicht legte und mich dazu brachte, Dir all meine Liebe zu geben, zu der ich im Stande bin, ohne Kompromisse, ohne Haken. Bei dem ich einfach ich sein durfte, der mich so liebte, wie ich war, ohne Kompromisse, ohne Haken. Gemeinsame Lieder, gemeinsame Augenblicke des Glückes, der Freude, Wärme, aber auch Tränen.

Zu viele Tränen.

Wenn ich heute in den Himmel schaue, der Regen auf mein Gesicht fällt, ist es, als ob du weinst, ich weine. Gemeinsame Tränen. Die Erinnerung an viele gemeinsam geweinte Tränen, die Hände ineinandergelegt, sich anschauend. Welchen Schmerz musstest Du aushalten, hast Du meinen spüren können, haben wir dabei zugesehen, wie unsere Herzen zerbrachen? Haben wir es gespürt, jeder mit dem Herz des anderen, was in diesem Moment mehr als sonst eins war? Können sich zwei Menschen gegenseitig das Herz brechen?

Wenn ich heute in den Himmel schaue, sehe ich Wolken, Wolken, die unseren Weg von Anfang an begleiteten. Wir suchten die Sonne, in allem, was wir taten. Wir liefen ihr nach. Manchmal geradezu getrieben, einen Strahl zu erwischen, uns in diesem nebeneinanderzulegen, das Gras und Hand in Hand die Wärme zu spüren, unseres Herzens. Sie ronn uns durch die Finger, die Sonne, die flutete unsere Herzen, um den kalten Wind, der mit jeder Wolke wieder durch die Seele zog, die Stirn zu bieten.

Wenn ich heute in den Himmel schaue, sehe ich Sterne, ich sehe sie vor mir, wie ich Dich vor mir sehe. Aber ich kann sie nicht berühren. Sie schauen still auf mich herab, sind wunderschön. Du siehst die gleichen Sterne, woanders, für einen Moment spüre ich Deine Hand in meiner Hand. Ich rieche, schmecke Dich, Dein Gesicht in meinen Händen, Deine wundervollen Augen sich mit Tränen füllend. Voller Liebe und voller Sehsucht, voller Schmerz und voller Qual. Selbst in der Qual blieben es die schönsten Augen der Welt für mich. Die Augen des ersten Blickes, die Augen der ersten Erinnerung und des letzten Blickes von Dir. Den schönsten und gleichzeitig schmerzhaftesten Blick, den ich jemals in und durch mein Herz habe schweifen lassen. Das haben sie mit den Sternen am Himmel gemeinsam. Deine Augen. Eine letzte Berührug, ein letzter Kuss. Wir blieben zurück an diesem Ort. Unsere Seelen scheinen einen Ort gefunden zu haben, wo wir uns immer wieder treffen. Es ist unser Ort. Unser Sonnenplatz. Denn wenn ich heute den Weg zu Dir suche, suche ich ihn in meinem Herzen, es ist der kürzeste zu Dir, zu unserem Ort.

Die Liebe zu Dir ist eine andere, denn dort, wo ich sie spüren kann wirds nicht dunkel. Lässt keine Wolken zu. Und keine weltliche Macht kann hier herein. Ich nehme Deine Hand und Dich mit. Keine Träne wird geweint. Wie gerne würde ich diesen Platz in dieser Welt für uns schaffen wollen. Mit der Kraft meiner Liebe zu Dir.

Damit wir wieder das Gras unter uns spüren und in die Sonne schauen...meine Hand in Deiner!

In Liebe...für Immer!

3 Kommentare:

  1. Es ist eine Ehre, mit Dir befreundet zu sein.

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  2. :) Ob oder gerade wegen dieses Textes? *hehe

    Dito mein Guter!

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  3. Wegen der Tiefe Deiner Beobachtungen. Wegen Deiner Gefühle, Deiner Treue, Deiner Liebe.

    Vielleicht magst Du auch - wie viele andere- ein ökonomisch denkender Mensch sein. Aber Du bist nicht grau, nicht erloschen, auch wenn das Leben Dir manchmal in die Fresse gehauen hat.

    Und weil Du so tief fühlen kannst, träumen kannst und Sehnsucht zulassen, darum ist es mir eine Ehre. Menschen wie Du sind sehr selten.

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