Freitag, 11. Februar 2011

Opa-Tag



Kein System und kein Muster erkennbar, wenn Gedanken an Dich wieder für einen Moment die Überhand gewinnen. Nicht planbar.

Je länger es dauert, umso deutlicher der Wunsch, Ihnen ins Gesicht zu schreien, welches Recht sie damals ergriffen, mir die letzte Möglichkeit zu nehmen, Dir Lebe wohl zu sagen. Einem kleinen Mädchen, ihrem eigenen Fleisch und Blut, diese Tür nicht mehr zu öffnen. Sie entschieden über uns hinweg.

Und wieder schaue ich in den Himmel und schwöre Dir, Du bist der Erste, den ich suchen werde, wenn ich mich auf den Weg mache. Aber Du wirst auf mich warten. Mein Gefühl sagt mir, das es so ist.

Getraue mir den Weg zu Deinem Grabe nicht. Viele viele Jahre schon, wie tausende Male zuvor. 22 Jahre nun, 24? Ich weiss es nicht einmal. 2 mal habe ich es geschafft.

Aber Du findest mich immer wieder. Egal wo ich bin, da brauchts kein System und kein Muster. Du nimmst das kleine Mädchen in den Arm, streichelst ihr über den Kopf, ich rieche den Pfeifengeruch, spüre das glatte Holz zwischen meinen kleinen Fingern und werfe mich ins grüne Cord des Sofas. Du bist mir näher als die, die sich das Recht rausnahmen, zu entscheiden, wann ich Dich das letzte Mal sehen durfte. Und diese Rechnung ist bis heute offen.

Ich werde wieder versuchen, Dein Grab zu besuchen, wie es mir vor einigen Jahren schon einmal nach vielen vielen Versuchen gelungen ist. Verzeihe mir ein weiteres Mal, wenn ich es wieder nicht schaffe.

Ich mache alles wieder gut, denn es wird der Zeitpunkt hierfür kommen. Und Du wirst der Erste sein. Ich verspreche es Dir. Denn ich glaube, nein ich bin mir sicher, mein Schutzengel bist Du. Du hast das kleine Mädchen nicht einfach zurückgelassen, Du hast Dich nur anders positioniert, um auf sie aufzupassen.

Ich vermisse Dich!

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