Dienstag, 14. Dezember 2010

Substitutsleiden


Manchmal fangen Tage, so wie heute, anders als sonst an. Normalerweise sagt man von mir, das ich vor allem Morgens (also der Zeitraum zwischen 5:00 und 10:00) zu nix anderem fähig bin als Kaffee zu trinken und emotionslos meine Launigkeit unter Beweis zu stellen.

Diese traute Gewohnheit allerdings verschwand heute schnell durch die nicht vorhandene Hintertür (jedenfalls war sie plötzlich weg), als ich fast zeitgleich eine Mail erhielt, an deren Verfasser ich gerade den Gedanken verlor, ob er wohl gerade noch arbeite, während ich schon wieder aufstünde. Er erwähnte einmal den Umstand, das es ab und an mal sein könne, das er noch wach, während ich schon wieder wach sei.

Diese Mail war eine Antwort (war es eigentlich eine Antwort?) auf eine simple Frage von mir.

Es gibt Dinge, die fasse ich bewusst sehr kurz, wie Fragen eben, ich bin kein Mensch, der gern um einen heißen Brei rumlatscht. Ich mag das nicht. Zum einen gibt’s meist Missverständnisse zum anderen werd ich eher ausführlich, wenn es um die Erklärung meiner selbst oder um einen Gedankengang, der vielleicht mit „kurz-kurz“ nicht zu erläutern ist geht.

So musste ich auf seine Mail, die auf mich zerrissen wirkte, auch in aller Frühe antworten, aber nicht ohne das ich auf dem anschließenden Weg zur Arbeit unter Zuhilfenahme der Band VNV Nation noch einige Dinge im Kopf sortieren musste.

Übrig blieb das Wissen, das ich mit einer Sache immer noch schwer umgehen kann. Nämlich mit dem Wissen, oder dem Gefühl, das Menschen in einer Situation traurig sein können, in der ich eine Rolle spiele. Ich konnte bereits in der Kindheit sehr schwer damit umgehen, wenn Menschen traurig sind, suchte die Schuld schnell bei mir bzw. versuchte alles, um den Menschen neben mir aufzumuntern, wenn dies nicht gelang, zumindest für ihn da zu sein.

Ich selbst habe in der Kindheit selten Trost für irgendwas erfahren, das machte mich zu dem manchmal heute gefühlslosen Soziopathen, deren andere Seite nur sehr wenige Menschen kennen. Das ist nicht schlimm, ich find es auch manchmal recht angenehm, mit meiner Gefühlswelt allein zu sein. „Verschwende“ ich meine Energien dann wohl doch nur an die für mich wichtigen Menschen oder an welche, die es wirklich nötig haben. Kling gütig nicht?

Jedenfalls machte mich diese Mail sehr traurig, nicht, weil ich die Situation als traurig empfand, sondern seine Worte. Weil ich diesen Menschen sehr gern lachen höre und sehe, weil vor allem das Lachen das erste war, was mir nach einem sehr langen Telefonat als Erstes in Erinnerung blieb. Weil ich Menschen mag, die viel lachen, gern lachen, trotzdem aber auch in tieferen Sphären denken und sich mitteilen können. Das fehlt mir manchmal an mir, die Fähigkeit, dies zu trennen. Ich bin eher der stellenweise melancholische Typ, ohne aber wirklich traurig zu sein. Auch das können viele nicht trennen, Melancholie und Traurigkeit.

Nur diese Worte machten mich traurig, irgendwie, das wollte ich so nicht. Ich wollte nur eine einfache Frage beantwortet haben.....

Ich hoffe einfach, das meine Antwort hierauf in aller Früh, beim ersten Kaffee ohne Ton ein wenig Klarheit brachte, in welcher Blickrichtung ich mich bewege, mit welchen Gedanken und würde ihn gern in diese Richtung mitnehmen, wenn er es will. Wenn er es zulässt und es mit mir aufnehmen will J Als „Gefährte“ auf einem Weg, der ihm zwar im Kopf schon herumgeistert, aber noch keine Gestalt angenommen hat.

Denn ich möchte nicht, das Bedauern oder Traurigkeit das ist, was als Beigeschmack übrig und vielleicht auch zurückbleibt. Ich fände es sehr schade, denn ich glaube, es gibt eben zu wenige von DIR! J Und ich steh auf Unikate (Gruß auch an den Myrk, der weiß, was ich meine) und nicht auf in Förmchen gepresste 0815-Zombies.

Da bin auch gern mal Substituts-Traurig.

Und das musste getz als Gedanken während 24 Minuten Hinweg ins Büro auch schnell niedergeschrieben werden.

Daher das hier für Dich J, ich find der Enno hat das schon sehr gut beschrieben, auch was die Tage über und so....





















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