Gestern fiel mir meine Auflistung der Dinge wieder ein, welche ich seinerzeit in meinem VZ-Profil hinterlegte.
Eigentlich als Präventionsmaßnahme für Menschen gedacht, die nicht erst monatelang von einem Fettnapf in den nächsten schlingern sollten, um schlussendlich Fettnäpfe statt Schuhe an den Füßen zu haben, was meine Person angeht.
Hat so etwas von diesen Steckbriefbüchern aus meiner Jugend. Lieblingsfarbe, Lieblingstier, Lieblingsband, Dinge, die ich hasse....
Man hat ja fast täglich mit Dingen zu tun, die auf der eigenen Hitliste der „boah nee ne?“ ganz oben stehen. Man nennt es dann „aus gegebenen Anlass flipp ich mal gepflegt aus“ oder hab zumindest im Ansatz schlechte Laune.
Wenn ich mir also so meine eigene Auflistung mal genauer ansehe stelle ich fest, das die meisten Dinge, die ich als absolutes „no go“ empfinde, im weitesten Sinne mit dem Thema Zeit, im engeren, mit meiner eigenen Zeit zu tun haben.
Angefangen bei langen Schlangen an Kassen, Wartezeiten beim Arzt, auf die Bahn, auf langsame Kollegen, auf Rückrufe, meine Geduld in diesen Dingen hält sich extrem in Grenzen. Ich arbeite stets und ständig daran eine Art von Gelassenheit zu entwickeln, die mich und meine Umwelt davor schützen, sich auf vermintes Gebiet zu begeben. Ständig das Gefühl im Kopf zu haben „in der Zeit hättest Du 100 andere Dinge machen könne“, die man natürlich, wenn man es könnte, dann auch nicht macht, aber das ist erst mal völlig sekundär. „Hätte Hätte Fahrradkette“
Gleiches verhält sich mit fruchtlosen Unterhaltungen, schlimmstenfalls noch oberflächlich stumpfe selbige (selbst wenn man nur zuhört). Oberflächliches Bla Bla, wo man in dieser Zeit locker nem Obachlosen ne warme Decke hätte stricken können. Man steht da, versucht seinen IQ dreistellig zu halten und fragt sich, was man hier eigentlich macht. Aber ich habe ja meinen Ipod.
Ein weiteres gutes Beispiel ist das Warten auf Menschen. Unpünktlichkeit. Eine der „Tugenden“ bei denen ich regelmässig nen Kamm bekomme. Menschen, die erst losfahren, wenn sie eigentlich schon da sein müssten. Akademische 15 Minuten finden in meinem Weltbild nicht statt. Im Zeitalter von Mobiltelefonen hat jeder die Möglichkeit, seinem Gegenüber noch mal etwas mehr Zeit zu geben, was auch immer zu tun, aber nicht sinnfrei zu warten.
Verschwendung der eigenen Zeit halte ich schon für fragwürdig, Verschwendung meiner für grob fahrlässig, wenn man gut mit mir einhergehen möchte.
Für mich und mein Weltbild geradezu niederschmetternd gestaltet dich der Umstand versetzt zu werden. Mögen sich Gründe hierfür im Nachhinein aufklären, es gibt vielfältige, keine Frage, die wenigsten sind boshafter Natur. Aber das Warten auf Menschen, die schlussendlich nicht auftauchen, in welchem Aggregatzustand auch immer (Telefonat/Treffen) färbt meine Laune von bunt in ein dunkles Lila, wie man es von der Himmelsfärbung bei drohenden Gewittern her kennt. Diese Gewitter spielen sich dann zwar mehr in mir drin ab, denn keiner kann was für meine Engstirnigkeit in diesen Dingen, schon gar nicht unbeteiligte Dritte. Stil und nachdenklich, im Ansatz angefressen harre ich dann der Dinge, die dann schlussendlich nicht kommen, wage es im Gegenzug dann aber auch nicht, etwas anderes in Angriff zu nehmen, es könnte ja sein.....um mir dann ggf. nachsagen zu lassen „ja wie jetzt, bin doch da, wieso biste jetzt da und da? Pah – jetzt nicht mehr!“
Vielleicht ist es einfach nur die Tatsache, das ich mir ungern den Zeitstempel und die Zeitrechnung meines Gegenübers aufdrücken lasse. Vielleicht denke ich zu egoistisch in diesen Dingen, setze mein Maß an Zuverlässig- und Pünktlichkeit an und vergesse, das gerade diese Dinge da doch sehr facettenreich in der Möglichkeit der Umsetzung sein können (Straßenverkehr, Termine, andere Baustellen im Kopf) Vielleicht steht mir auch hier wieder mein eigener Perfektionismus absolut im Weg (bloß pünktlich sein, bloß anrufen, wenn ich anrufen wollte, bloß nicht die Zeit anderer Leute verschwenden)
Zeit ist nun mal, wie schon mal erwähnt, ein unsagbar wichtiger Faktor meines Lebens. Ich habe nur dieses eine Leben, und lebe es gern. Und gerade wohl deswegen selektiere ich so enorm stark bei Menschen, die diese mit mir teilen und Momente, die diesen Faktor „fressen“ Wenn Zeit weg, dann weg. Da kommt keiner über die Laderampe und setzt ne neue Palette Lebenszeit ab.
Vielleicht möchte ich einfach auch nur nicht wertvolle Zeit mit wertvollen Menschen verlieren oder einschränken müssen.
Klingt besser nicht?
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